Aus meinem 1. Buch "Wer fährt hier schwarz?"

„Paul – wer ist schon Paul?“

 

Wer kennt sie nicht, diese Werbung aus dem Fernsehen, bei der eine schlanke Schönheit mit ihrer eigenen Figur kokettiert, die vorher ein imaginärer Verehrer namens „Paul“ als zu dick bemängelt hatte? Aber von diesem „Paul“ soll hier nicht die Rede sein.

Meine Geschichte führt uns – wie so oft – nach Italien.

Wir erreichten den Campingplatz „Vela Blue“ in Cavallino hundemüde.

Klar hatten wir vorher telefonisch reserviert gehabt und ein Campingplatz-Einweiser führte uns zu dem für uns vorgesehenen Platz. Er lobte ihn überschwänglich:

„Dieser Platz sein gut – questo piazzolo e´ bene – nix weit zum Meer – direttamente sulla spiaggia! Viel Sonne – c´ e´ sole tutto il giorno!

Das hatte er allerdings in der Tat, aber, dass wir an diesem Ort des Brutzelns weit über zehn Stunden schattenlos auszuharren hätten, das wollte er uns nicht verraten. Doch ein Blick genügte fürwahr: Eine winzige Nische direkt neben der Stranddusche ohne jeglichen Sonnenschutz! Kein Baum, kein Strauch, kein gar nichts! Die Dusche wäre die einzige mögliche Abkühlung und Abwechslung am Stellplatz gewesen.

„Bene?“, fragte uns der Campingplatz-Fuzzy selbstgefällig.

„Nix bene!“, schnauzte ich zurück. „Hier sind wir unser eigenes Grillfleisch – zu viel Sonne, kein Schatten! Den nehmen wir nicht!“

Daraufhin brachte er uns zu einem Miniaturstellplatz inmitten schattenspendender Pappeln.

„Bene?“, wollte er wissen und schnalzte dabei mit der Zunge, als ob es sich um ein Kleinod oder ein Juwel handeln würde.

„Zu klein, aber vielleicht „buono“! Mal überlegen!“, erwiderte ich kompromissbereit. Der Stellplatz hatte ungefähr 70 Quadratmeter. Irgendwie würden wir unseren 7,40 m Schlitten schon einparken und den Alhambra davorpressen! Und außerdem hatten wir nur das kleine Sonnensegel „Vario“ dabei und nicht das Riesenvorzelt.

Ich checkte die Lage durch und sah im Geiste bereits alles schon fertig aufgebaut vor mir stehen – auch das Tischchen, die Klappstühle und Rexis Fressnäpfe.

„Buono!“, grunzte ich und Agi, Christina und Kerstin nickten zustimmend.

Selbst Rexi, unser Mischlingshund, wedelte mit dem Schwanz.

Und so holten wir ihn denn, unserer nagelneuen Hobby-Exclusive und drehten und wendeten ihn nach Herzenslust im Sandboden bis er richtig stand. Wir pflasterten den Seat davor und zogen das Sonnendach ein. Das Gestänge bereitete keinerlei Verdruss und zack-zack-zack saßen die Heringe.

 

Kurze Zeit später standen auch der Tisch und die Stühle betriebsbereit an Ort und Stelle. Und Rexi hatte seinen Extrahering für die lange Leine ebenfalls erhalten. So konnte er seinen Schattenplatz unter dem Caravan mühelos erreichen.

Unser Augenmerk fiel auf den kleinen, noch freien Nachbarstellplatz nebenan.

„Du, wenn wir Glück haben, will den keiner, und dann können wir unsere Liegen darauf stellen“, meinte Agi hoffnungsvoll. In der Tat dieser Stellplatz war extrem klein, außerdem langgezogen, und ein Baum sowie ein Schaltkasten verringerten seine Grundfläche.

„Ja, das machen wir!“, rief ich gut gelaunt zurück.

So genossen wir zwei Tage der ungetrübten Campingfreuden.

Doch das änderte sich blitzschnell als „sie“ ankamen.

Wer waren „sie“ denn?

„Sie“ waren eine Doppelfamilie samt Großraumlimousine und zwei Hunden. Beim Heraussteigen aus dem Van konnten wir drei Erwachsene und drei halbwüchsige Jugendliche zählen.

„Donnerwetter!“, entfuhr es mir.

Die beiden Vierbeiner sprangen inzwischen wie selbstverständlich unangeleint umher und markierten ihr neues Revier großzügig nach Hundeart.

Wir runzelten die Stirn und Rexi, der ja ordnungsgemäß angeleint war, knurrte leise.

„Hier gibt es einen Hundeausführweg“, raunte ich Agi zu, „das wissen die bloß noch nicht. Hier soll wohl alles nach Urin riechen? Soll ich ´rübergehen und es ihnen sagen?“

„Untersteh´ dich, du bleibst hier. Ich will keinen Streit!“, meinte Agi gutmütig..

Da erschallte er zum ersten Mal jener vielstimmige Ruf aus mindestens drei Kehlen gleich- zeitig:

„Paul, wo bist du? Paul, komm´ her! Paulchen hierher!“

Wir zuckten erschrocken zusammen ob der Lautstärke und der sich überschneidenden Tonfrequenzen.

„Paul – wer ist schon Paul?“, murmelte ich gereizt.

Und Paul war der große Mischlingshund der Neuankömmlinge, der alles andere lieber tat, als auf sein Frauchen spontan zu hören und zu folgen. Und so riefen sie nochmals und abermals alle zusammen lauthals seinen Namen.

Doch das kümmerte Paul nicht, denn dieser setzte zusammen mit seinem Kompagnon „Chiara“, einer ausgewachsenen Schweißhündin, seine Entdeckungs- und Markierungstour ungeniert fort.

„Die wollen doch nicht etwa alle auf den einen Stellplatz?“, flüsterte ich Agi zu, denn an eine

laute Unterhaltung war wegen der räumlichen Nähe nun nicht mehr zu denken.

„Das kann ja heiter werden. Denen langt der Platz doch hinten und vorne nicht“, raunte Agi zurück.

„Und anleinen tun sie ihre zwei Köter auch nicht!“, jammerte ich wohl wissend, dass dies unserem Rexi auf Dauer nicht gefallen würde.

Im Geiste sah ich ihn wohl schon arg gebeutelt vor mir im Sand liegen.

Wir zogen uns unter unser Sonnendach zurück und beobachteten neugierig das Aufbaugeschehen. Und siehe da, sie schafften es tatsächlich, den Stellplatz mit ihrem Wohnwagen, einem Zelt, dem Van, den Tischen und Stühlen komplett zuzupflastern. Und nun wussten wir auch, wer zu wem gehörte:

Chiara gehörte zum Ehepaar mit Wohnwagen und Paul zum alleinstehenden Frauchen mit Zelt.

Im Nachhinein wünschte ich mir, ich hätte diesen Aufbau aus der Vogelperspektive betrachten können, so dichtgedrängt stand alles.

Staunend betrachteten wir ihr Werk:

Selbstverständlich ragten ihre Verspannschnüre gut verankert weitläufig in unser Areal hinein, aber wer wird denn kleinlich sein!

Flugs spannten sie noch eine Wäscheleine ebenfalls quer durch unsere Parzelle mit hindurch, weil man sich die Anordnung der Bäume schließlich nicht aussuchen kann.

Und hin und her sprangen die Hunde, Paul und Chiara, sie jaulten und bellten voller Freiheitsdrang. Gut – es staubte ein wenig, aber daran kann man sich gewöhnen.

Welchen Hund kümmert schon ein Stellplatzbegrenzungsstein?

Rexi knurrte heftiger: Die waren frei und er angeleint. Das missfiel ihm zusehends. Offensichtlich war er sogar neidisch geworden, denn jetzt bellte er im Chor mit den anderen mit.

Da erschallte es erneut:

„Paul hierher, Paul daher, Paul dort drüben ist ein Hund!“

Und immer aus allen Mündern gleichzeitig, so, als ob es sich dabei um ein antrainiertes Kriegsgeschrei wilder Sioux-Indianer handeln würde.

Nun – manch´ anderer wäre sicherlich längst eingeschritten und hätte höflich auf das Anleinen der Hunde, vielleicht sogar auf das Einhalten der Parzellengröße mehr oder minder höflich gepocht. So auch ich – wenn ich alleine gewesen wäre.

Agi musste meine Gedanken erraten haben, denn sie bat mich friedlich gestimmt:

„Bitte, geh´ nicht rüber. Im Urlaub mag ich keinen Streit!“

 

Und so ertrug ich murrend und maulend die Situation.

Jetzt warfen sie ihnen sogar Stöckchen und Bälle in unseren Stellplatz hinein, die sie auch prompt apportierten. Es staubte wie beim Rodeo.

„Brav, Paul, und brav, Chiara, hol´ den Ball und hol´ das Stöckchen!“

Und hin und her jagten die Hunde – ein richtiges Campingdrama.

„Du sagst nichts – ich will keinen Streit im Urlaub!“, ertönte es etwas energischer neben mir.

Ich schüttelte resignierend den Kopf und fügte mich in die Märtyrerrolle.

„Nur, weil du es bist!“, seufzte ich und erntete dafür einen dankbaren Blick.

Nun baute der „Chef de Mission“, der An- oder Rudelführer der Gegenpartei, sogar seinen Liegestuhl auf. Klapp – klapp und schon stand er jenseits des Begrenzungspfostens und weit auf unserem Terrain.

Das war allerdings doch eher logisch, denn auf seiner Seite hätte er beim besten Willen dafür keinen Platz mehr gefunden. Unter Ächzen und Stöhnen begab sich der Fremde auf seinen Ruheplatz und machte es sich darauf mit ein paar Journalen so richtig bequem.

Wir hatten sogar freien Blick auf seinen Rücken samt dessen verlängertem Rückgrat.

Ich erspare Ihnen nähere Einzelheiten der Anatomie, aber uns blieben sie nicht erspart.

„Das darf doch nicht wahr sein!“, hauchte Agi mir zu.

„Jetzt geh´ ich ´rüber und kläre die Lage!“, jubelte ich begeistert.

Doch Agi lehnte erneut ab und so blieb es beim Status quo:

Da lag er nun direkt neben meinem Herd samt zugehöriger Gasflasche und räkelte und streckte sich ausgiebig.

„Wenn ich das Gas aufdrehe und den Herd anschalte, dann explodiert er!“, meinte ich lachend.

„Das tust du nicht!“, rief Agi entsetzt zurück.

Unser Familienoberhaupt war inzwischen in Tiefschlaf gefallen – wir konnten sein Schnarchen deutlich wahrnehmen.

„Der ist doch bloß müde von der Fahrt!“, verteidigte ihn Agi großherzig und beschwichtigend und so blieb der Gashahn zugedreht.-

Am nächsten Tag kamen wir gut gelaunt vom Strand zurück.

Und siehe da, die Sachlage hatte sich verändert: zu unseren Ungunsten!

Sie hatten Paul einfach mit der Hundeleine an unseren Wohnwagen angehängt und der riesige Mischling kläffte uns munter aus unserem Stellplatz heraus an und lief dazu unruhig umher.

Und Rexi bellte im Caravan wie wild, denn er wollte sein Revier verteidigen. Chiara hingegen randalierte unter ihrem eigenen Wohnwagen hervor.

Normalerweise hätte ich die Badetasche einfach fallen gelassen und hätte reinen Tisch gemacht, aber ein kurzer Seitenblick genügte:

In Agis Gesicht erkannte ich die inständige Bitte, dies nicht zu tun.

Wir packten aus und Paul verzog sich in den Schatten unter unseren Wohnwagen auf Rexis Lieblingsplatz.

„Hoffentlich hat er mit seiner Leine keine Kratzer an unserem Wohnwagen gemacht!“, fiel es mir ein und ich inspizierte sogleich die Außenwände. Hatte er nicht.

„Das lasse ich mir nicht länger gefallen!“, entfuhr es mir und begab ich mich hinüber zum Zelt von Paulchens Frauchen..

„Guten Tag“, meinte ich betont höflich, „eigentlich habe ich etwas dagegen, dass Sie Ihren Hund an meinen Wohnwagen hängen, der ist nämlich ganz neu!“

Paulchens Frauchen starrte mich an, als ob ich der letzte kleinkarierte Spießer wäre. Sie schnaufte verständnislos und doch eher barsch:

„Tja, wissen Sie, mein Hund braucht Schatten und den kriegt er gut unter Ihrem Wohnwagen. Es ist hier am Zelt bei mir viel zu heiß für ihn!“

„Das ist mir eigentlich egal, ich möchte nicht, dass er weiterhin dort angehängt bleibt, denn unter meinem Wohnwagen ist der Platz meines Hundes! Außerdem verkratzt er mir die Wand mit der Leine!“, entgegnete ich eher ungehalten. „Bitte hängen Sie ihn sofort ab!“

Schon wieder war ich für sie ein erbärmlicher Spießer, das sah ich ihr deutlich an, aber sie gehorchte und Paul verschwand von unserem Grund und Boden.

Von nun an gab es zunächst keinen Dialog und keinen Gruß mehr zwischen den verfeindeten Parteien.

Am Nachmittag des nächsten Tages hatte sich die Sachlage allerdings erneut verändert: wieder zu unseren Ungunsten!

Sie hatten einfach Paulchens Leine so extrem verlängert, dass er, von einem in ihrem Stellplatz eingeschlagenen Hering, bequem zu unserem Wohnwagen zwecks Schattenspendung kriechen konnte. Er war also nicht mehr an meinem Caravan befestigt und lag doch darunter.

Er döste und reagierte auch gar nicht hektisch. Offensichtlich hatte er sich schon an uns gewöhnt. Rexi allerdings tobte im Inneren unseres Gefährtes, das war deutlich zu vernehmen.

„Das gibt es nicht, wo sollen wir denn nun den Rexi hintun?“, fragte mich Agi unschlüssig.

„Wir können ihn doch nicht dazuhängen! Die vertragen sich doch nicht!“

Christina und Kerstin wussten sofort Rat:

„Wir bauen einfach ab und fahren an den „La Rocca“!, frohlockte Christina, die den Gardasee

sowieso sehnsüchtig erwartete, und lieber heute als morgen nach dorthin aufbrechen wollte.

Auch Kerstin jubelte spontan: „Ja – Gardasee – La Rocca, wann fahren wir los?“

Agi und ich und die Kinder, wir schauten uns an: ein Blick, ein Gedanke, ein Entschluss!

„Morgen früh packen wir und dann sind wir sie los!“, frohlockte Agi triumphierend.

„Hat jemand was dagegen?“

Keiner hatte.

„Ja, das machen wir!“, stimmte ich begeistert zu.-

Am nächsten Morgen fingen wir zu packen an, wir räumten alles in Windeseile auf und begannen unser Sonnendach abzubauen.

Da kam sie herüber, Paulchens Frauchen, und meinte besorgt mit ironischem Unterton:

„Sie packen wohl schon. Doch hoffentlich nicht wegen uns!“

„Keine Sorge“, entgegnete ich, „da brauchen Sie sich keine Gedanken mehr zu machen!“-

Doch sie übertraf sich später selber noch:

Als wir alles verstaut hatten, und es ans Ankuppeln ging, stand sie plötzlich vor uns und überreichte mir einen verpackten Gegenstand, den sie mir einfach in die Hand drückte.

„Nur ein kleines Präsent für Sie, weil wir Ihnen so viele Unannehmlichkeiten bereitet haben!“, meinte sie sarkastisch.

Da ich ein höflicher Mensch bin, nahm ich es an und packte aus:

Es war eine Packung Schokokekse als Nervennahrung.

Grußlos verließen wir diesen Ort des Grauens völlig ohne Wehmut und beim Durchfahren der Schranke wusste ich bereits, dass ich diese Geschichte irgendwann aufschreiben würde und noch heute hoffe ich inständig, dass diese Familie sie auch irgendwann einmal zu lesen bekommt.

 

aus meinem ersten Buch "Wer fährt hier schwarz?" (27 humorvolle , selbstsatirische Kurzgeschichten autobiographischer Art). Das Buch ist momentan nicht erwerbbar, da es vergriffen ist)

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"Ein todsicherer Plan" (Gardaseekrimi,102 Seiten)

Roberto und Cenophilo blinzelten und prosteten sich beim zweiten Glas Prosecco wissend zu: „Salute, il mio caro amico!“ Hoch oben, über dem Gardasee, saßen sie in der kleinen Caffébar „Al Amico“, hoch droben in dem schmucken Ort Polpenazze. Städtchen und gleichnamige Gemeinde, um genauer zu sein. Das „Municipio“ mit Blumenkästen bunt geschmückt: lila – blauer Lavendel. Lavendelduft auf der „Piazzale Roma“. Die langen Zeiger der Campanile-Turmuhr, vom zugehörigen Dom „Santa Maria Bambini“ nur einen Katzensprung und eine Windbrise entfernt, hatten tagsüber ausreichend Gelegenheit gehabt, Schatten zu werfen. Es war heiß gewesen, den ganzen Tag über brütende Hitze, sengend heißes Kopfsteinpflaster. Jetzt atmete es sich leichter, ein sanfter Wind wehte über die Piazza.

Roberto und Cenophilo allerdings stammten aus einer anderen Gegend, aus Botticino, einer kleinen Ortschaft in der Nähe Brescias. Dort unterhielten die beiden, Freunde und Geschäftspartner übrigens, pro forma eine kleine Landwirtschaft. Pro forma Rüben und Kartoffeln, denn ihren Lebensunterhalt sicherten sich die beiden bereits seit mehreren Jahren recht erfolgreich mit Trickbetrügereien. Zunächst hatte es sich dabei doch eher um kleinere Delikte gehandelt, inzwischen standen jedoch bereits mittelschwere, ja teilweise sogar schwere Raubdelikte entlang des Westufers zu Buche: Von Desenzano, über Padenghe, Moniga, Manerba, San Felice del Benaco, den Golf von Saló bis hinauf nach Maderno, Toscolano, Gargnano und Limone erstreckte sich ihr Arbeitsgebiet mittlerweile. Ihre Diebstähle verliefen stets unterschiedlich, allerdings doch regelmäßig, sie gaben den Polizeistationen Rätsel auf, wussten die „Carabinieri“ noch nicht einmal sicher, ob es sich bei den gemeldeten Raubzügen immer um ein und dieselben Täter handelte. Keine der verübten Taten wies ein eindeutig gleiches Strickmuster auf, weil Roberto und Cenophilo einfallsreich an Ideen waren – aus diesem Grunde wechselten sie jeweils die Strategie, die Art des Diebstahls, Handlungsorte sowie den Ablaufplan. Der erfolgreich verlaufene Diebstahl einer brillantbesetzten Goldkette vom Handgelenk eines reichen Briten auf dem Fährschiff „Toscolano“, welches täglich mehrere Male dröhnend zwischen ebensolchem Ort und Torri del Benaco am Ostufer verkehrt, würde für längere Zeit der einzige dieser Art bleiben – es gab genug andere Einsatzorte. Dieser Coup lag allerdings bereits mehrere Wochen zurück. Vermutungen, offene Fragen auf Seiten der „Carabinieri“, blieben zurück – mehr nicht. Handelte es sich um organisiertes Bandentum oder um das Werk einzelner Täter?

Roberto und Cenophilo unterhielten sich leise im Innenhof der kleinen Caffébar – sie waren nicht die einzigen Gäste, die den Abend hier begonnen hatten. Einheimische Arbeiter und Pensionäre gaben sich ein Stelldichein am Tresen, „Chiaretto“- trinkend, draußen rauchend, leidlich zufrieden und redselig. Wie immer – wie jeden Abend. Stimmengewirr. Gespräche über „Milan“, die „Tivosi“, die „squadra azzurra“  . Die „pensionati“ intonierten im Inneren der Bar „Adriano-Celentano-Lieder.“Roberto und Cenophilo summten beide mit, so wie das die meisten ihrer Landsleute gemacht hätten. Rot karierte Tischdecken – hübsch anzusehen. Einladend mediterran: mehrere Limonen- und Mandarinenbäumchen in Terrakotta–Töpfen, Olivenbäumchen, zwei Zypressen in Holzbottichen sowie Jasminsträußchen an den Tischen verbreiteten frischen, leicht süßlichen Duft, sobald eine leichte Gardaseebrise diesen verstreute. Lucia, die Wirtin, brachte den beiden soeben die bestellte Flasche „Bottarelli-Lugana“, gut gekühlt, und dazu langstielige, dünnwandige Weißweingläser. Da sie die beiden Gäste nicht kannte, versuchte sie mit ihnen ins Gespräch zu gelangen, fragte höflich nach deren Herkunft, ob sie gar italienische Touristen seien, die sich hierher in den Süden Münchens „ Il sud di Monaco di Baviera“ verirrt hätten. Die Wirtin lachte über ihren eigenen Witz.

Roberto schüttelte verneinend den Kopf und gab sich den venezianischen Akzent: „Wir sind auf der Durchreise, Geschäfte in Saló. Die Modebranche.“ Das wirkte sicherlich glaubhaft, denn die beiden waren sichtlich gut gekleidet. Die Lederschuhe, wie bei wohlhabenden Italienern üblich, sauber geputzt, darunter dunkle Socken – niemals Tennissocken. „Das ist Luigi und ich bin Salvatore. Salvatore und Luigi Marini – Mode für die Signorini. Unser Geschäftsspruch. Siamo amici”, bemerkte Roberto kurz und bündig. Damit war der Dialog beendet und Lucia vermeldete in der „cucina“, dass die beiden Venezianer nicht gerade redselig seien. Sie schüttelte den Kopf ob des Alkoholgenusses: „Prosecco“, „Lugana“, vorher ein „Caffé Corretto“. Zu viel für den Straßenverkehr – eigentlich. Das wussten auch Cenophilo und Roberto. Aber keiner würde ihnen „la patenta“ streitig machen, denn nach Botticino führte lediglich eine kleine Landstraße hinüber über die Hügelkette – und auf dieser gab es keine Kontrollen. So lange man nicht in einen Unfall verwickelt wird, bleibt man unbehelligt wegen des Alkoholgenusses. So ist es in ihrem Heimatland Sitte. Ein ungeschriebenes Gesetz.

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Es war genau vor einer Woche, am letzten Mittwoch, gewesen. Sie hatten ihren Fiat Brava bei „Angelo“ an der Tankstelle in Manerba aufgetankt, dabei die deutsche Gardaseezeitung gratis in Empfang genommen, und Cenophilo hatte gerade den Tankdeckel verschlossen, da erschien in eben dieser Tankstelle ein etwas dicklicher älterer Deutscher – bedrucktes T-Shirt, karierte Shorts, Sandalen, Tennissocken – und erkundigte sich bei Angelo nach der „Rimessagio Fratelli“ in San Felice. Giuseppe Fratelli. Angelo fuhr sich unschlüssig um´ s Kinn und erklärte dem Mann den Weg nach dorthin,... „immer der Uferstraße entlang, an Pieve Vecchia vorbei, dort sehen Sie eine einzigartige alte Kirche, bella vista, Sie sollten anhalten und eintreten!“ „Dafür habe ich leider keine Zeit, ich muss möglichst schnell nach Hause und vorher „la roulotte“ einmieten“, erwiderte der Deutsche in fließendem italienisch. Dabei deutete er hinüber auf seinen doppelachsigen Wohnwagen, den er samt der Zugmaschine, einem Jeep Cherokee, einfach auf der Straße gegenüber geparkt hatte, so als ob ebensolche ihm alleine gehören würde. Die eingeschaltete Warnblinkanlage vertröstete offensichtlich die Fahrer der nachfolgenden Fahrzeuge, die sich hinten anreihten. Noch kein Hupkonzert. Angelo beschrieb den Weg gestikulierend, musste aber einräumen, dass er die „Rimessagio Fratelli“ selbst nicht kannte.

„Penso che sarebbe meglio di chiedere a San Felice!“, gab er zu verstehen, worauf sich der Deutsche artig mit einem „Grazie signore“ bedankte, die Straße überquerte und in seinen Jeep einstieg. Er hatte verstanden, dass er sich dort nochmals erkundigen müsse. Cenophilo saß bereits im Brava, aber Roberto hatte das Gespräch mitangehört und reagierte schnell. Er hastete hinüber zum Jeep, noch ehe der Deutsche dessen Motor gestartet hatte, stellte sich neben das heruntergelassene Fenster auf der Fahrerseite und redete höflich und in gebrochenem deutsch hinein: „Scusa, signore e signora.” Er hatte die Frau auf dem Beifahrersitz bemerkt. „Wir haben Ihr Gespräch zufällig mitangehört. Wir sind die Söhne des alten Fratelli aus San Felice. Unserem Vater gehört die „Rimessagio“. Wie lange möchten Sie den Wohnwagen denn einstellen?“

„Nur für zwei Wochen. Ich muss dringend nach Hause. Geschäftlich. Mein Chef hat angerufen.“

Si, ma non ci sarano problemi per noi. Normalerweise muss man den Stellplatz aber für ein ganzes Jahr anmieten. Das macht dann 350 Euro. Wir machen eine Ausnahme. Für zwei Wochen verlangen wir nur 70 Euro. Wenn Sie uns folgen, bringen wir Sie direkt zum Geschäft unseres Vaters. Wir sind übrigens Salvatore und Luigi Fratelli, seine Söhne.“

Schnell hatte er die zwei Vornamen erfunden – ein Fehler, wie er meinte, sie voreilig bekannt gegeben zu haben.

Der Deutsche willigte ein.

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 Am darauffolgenden Samstag, also vor vier Tagen – und drei Tage nach der Begegnung an der Tankstelle bei „Angelo“ – waren Raimund und Gudrun Fischer früh aufgestanden und saßen inzwischen gemütlich beim Frühstück. Maxim und Robin, ihre beiden Söhne, schliefen noch in den blauen Kuppelzelten. Raimund und Gudrun genossen die Ruhe am Campingplatz „La Rocca“. Sie waren früh dran und konnten – oder mussten – so mit ansehen, wie einer der Nachbarn nach dem anderen, bewaffnet mit einem Waschbeutel und anderen Utensilien, aus den umliegenden Wohnwagen herauskrabbelte, zum Teil doch noch recht verschlafen. Man kennt sich gut hier, viele vertraute Stimmen, Gespräche und abendliche Sessions haben ein Stück an Freundschaft aufgebaut: Klausi und Gabi mit ihren Kindern Martina, Andi und Maxi, Gustav und Agi mit Kerstin, Kevin und Christina, Moni und Manfred mit Michael und Martin, Hermann und Angelika, Rudi und Angelika mit ihren drei Söhnen, Gudrun und Raimund mit Robin und Maxim. Und Hans – der Schachspieler.Raimund hatte beschlossen zu seiner „Roma“ zu laufen, durch das Tunnel, hinab zum See, dorthin, wo seine Motorjacht wohl friedlich schaukeln würde, festgezurrt an der Boje. Schon von oben sah er sie in der Bucht liegen. Weißer Corpus, blaue Abdeckung. Raimund schlenderte gemächlich und fröhlich hinab zum See, ohne seinen Blick vom Gewässer abzuwenden, zu intensiv nahm er die Eindrücke wahr. Sein Blick schweifte über die Bucht mit dem Kiesstrand, hinüber nach San Felice, zur „Isola di Garda“, zurück zur kleinen vorgelagerten Insel „San Biagio“, zu der man auch watend gelangen kann. Sein Blick streifte die „Roma“, die geruhsam an der roten Boje hing. Gegenüber die Gebirgszüge im Morgenlicht: der Monte Pizzocolo, der Monte Forametto, der Monte Tre Cornelli. Raimund erreichte die Biegung des Weges und roch die Kräuter. Melisse? Seine gute Laune zerfiel urplötzlich, denn er stand vor der losen Kette. Abgezwickt. Und an dieser hätte eigentlich sein weißes Beiboot samt Außenbordmotor hängen sollen. Tat es aber nicht ...

 

aus: "Ein todsicherer Plan", Neuauflage ohne weiteren Geschichten und Gedichte,

authentischer Gardaseekrimi, 102, Seiten, jetzt Eigenverlag, 9,50€


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 Textauszug: Beginn des Romans:

Dienstag,14. Oktober .

Drei Mädchen und ein Name

Erstes Herbstlaub bedeckte die Rasenfläche teilweise. Dieser kleine Ahorn- und Buchenteppich, gleichermaßen bunt wie zufällig zusammengeflickt, wurde aufgelockert durch gebuchtete, geschwungene Eichenblätter. Vorboten, nichts weiter, nur Vorboten auf rauere Tage bei heißem Tee und Plätzchen. Die drei Mädchen blickten sich stumm an und seufzten ein wenig. Die Ereignisse der Monate Mai, Juni und Juli desselben Jahres – fest verankert in ihren Gedächtnissen – wirkten bedrückend gegenwärtig auf ihr Gemüt ein. Vor allem die schrecklichen Geschehnisse am 14. Juni, Theas 17. Geburtstag. Ihre traurigen Blicke wanderten nach rechts, dorthin, wo sie hinter den Büschen die Begrenzung des Schwabacher Parkbades ausmachen konnten. Die sich nahtlos an diese Ereignisse anschließenden, schöneren, weil unbeschwerten Sommertage, die bis Anfang September angehalten hatten, waren nun wie weggeblasen: Die vergnüglichen Rutschpartien und Händchen halten waren für Carolin und Thea abrupt zu Ende gegangen. Und für Kristine? Na ja, Kristine hatte einen großen Teil dazu beigetragen.

Ihre „Sechser-Clique“ mit Martin, Tobias und Rainer hatte sich urplötzlich in Luft aufgelöst, war verschwunden, neutralisiert, der Verbund in seine Anfangsmoleküle zerlegt worden. Kristines fadenscheinige Argumente wie zu „eng“, zu „langweilig“ und zu „berechenbar“ hatten gestochen und Wunden hinterlassen. Auch Neid, Lügen sowie begründete Eifersucht hatten für jene empfindlichen Nadelstiche gesorgt, die an der Freundschaft der drei Mädchen gerüttelt hatten – sie benötigten die ersten beiden Schulwochen nach den langen Sommerferien in deren vollen Längen, um wieder einigermaßen zueinander zu finden. Um sich auszusprechen, zu verzeihen, auch um zu vergessen.

Vielleicht hätten sie doch nicht immer zu „sechst“ unterwegs sein sollen?

Zwei Händchen haltende, verliebte Pärchen und ein ziemlich ratloser, enttäuschter Junge, der mit dem verbliebenen sechsten Mädchen gerne ebenfalls eine intensivere Freundschaft als nur „Schachspielen“, „Bahnen-Schwimmen“ und „Ersatz-Einmal-Knutschen-nach-Belieben“ gehabt hätte: Vergebliche Bemühungen, einen lediglich kameradschaftlichen Kontakt zu einer dauerhaften, verlässlichen, engeren und intensiveren Freundschaft auszuweiten.

Krisen gehören dazu. Das hatten die drei Mädchen gelernt. Jetzt redeten sie wieder miteinander; nicht mehr ganz so unkompliziert wie früher, allerdings auch nicht mehr misstrauisch lauernd. Ringsherum Regentropfen: Auf den Blättern am Boden, die der Wind bereits bei seinen ersten Attacken den Bäumen geraubt hatte, schmiegten sie sich aneinander und bildeten so winzige Rinnsale entlang der Blattadern; an den Büschen, Sträuchern und Bäumen hingen die einzelnen Regenglasperlen hingegen kostbar im Gegenlicht der Sonne herab.Auch im Schwabacher Stadtpark hatte die kühlere Jahreszeit deutlich spürbaren Einzug gehalten, und die Menschen hatten darauf sogleich sensibel mit Winterjacken und Schals reagiert; reagiert auf die zunehmende Kälte, die vor allem am Morgen und in den Nachmittagsstunden schon herrschte. Carolins Vater hatte bereits einmal sein Auto freikratzen müssen, während Theas Eltern noch auf Urlaub in Griechenland, Theas eigentlichem Heimatland, weilten. Ein paar Mal war Thea dort gewesen, bei ihren Großeltern und den anderen Verwandten, – aber jetzt Mitte Oktober? Von woher sollten zu diesem Zeitpunkt Ferientage kommen? Thea zuckte die Schultern – sie kam auch alleine zurecht: Tiefkühlpizzen gab es genug. Ein Döner bei Aslan? Oder Einladungen zum Mittagessen bei Kristine, deren Eltern beide im Zustelldienst der Stadtpost beschäftigt waren, und die nach ihrer Dienstzeit gegen 14.00 Uhr stets ein gemeinsames Mittagsmahl pflegten. Oder eine Dose Ravioli, schnell erwärmt im Wasserbad, und Theas Magen knurrte nicht mehr. So einfach war das. So unkompliziert.- Die drei schlenderten gänzlich hinüber zum achteckigen, weiß glänzenden Pavillon. Nachgebauter Rokokostil aus Metall, mit aufgestellten Holzbänken im Inneren, geschützt durch die schrägen Überdachungsdreiecke, die von der Spitze herabstrebten. Eingeschnitzte Herzen und Namen auf den Holzbänken.Trotzdem fühlten sie sich wieder wohl.  Sie hatten vor mehreren Monaten, nämlich im Mai desselben Jahres, Anerkennung erhalten für ihre Tat. Anerkennung der gesamten Bevölkerung, Zeitungsartikel im Schwabacher Tagblatt, Einladungen im Rathaus beim damals frisch gewählten Oberbürgermeister, Herrn Matthias Thürauf, ein Ehrenessen im ehemaligen „Kleinen Griechen“, der nun „Konstantin“ hieß, sowie Gutscheine für Kinokarten im „Luna-Film-Palast“. Danach die schlimme Geschichte mit Dennis. Allerdings überkam zwei der drei Mädchen auch Wehmut, hatten sie als vermeintliches „Six-Pack“ doch vor noch nicht allzu langer Zeit hier im Pavillon gesessen und Zärtlichkeiten ausgetauscht. Aber Genaueres geht niemandem etwas an. Privatsphäre eben. Mit sechzehn hat man ein Recht darauf.  Heute setzten sie sich alleine auf die Holzbänke. Sie blickten sich in die Augen, kurz nur, ganz kurze Seitenblicke, von einer zur anderen und wieder zurück. Das, was sie gestern Nachmittag beschlossen hatten, wollten sie nun in Angriff nehmen, umsetzen, realisieren: Ihr Freundschaftsband sollte nach ihrem Triumph im Frühling und trotz der Unstimmigkeiten und Lügen Ende August für immer besiegelt werden durch einen Pakt der Freundschaft und Anteilnahme, durch einen Bund mit Antizipation für Ungerechtigkeiten und Gefahren: Für andere – nicht für sich selbst – wollten sie die Augen weiterhin offenhalten, so wie beim ersten Mal, und deshalb suchten sie einen passenden Namen für ihre Zusammengehörigkeit, ihre Absichten, für ihren Bund ...

Die drei Mädchen legten die Hände beschwörend ineinander: „Alles vergessen, alles vergessen, wir fangen von vorne an!“

Und Carolin König, von allen wegen ihrer Namensähnlichkeit zu einer legendären amerikanischen Folk- und Rocksängerin von allen kurz „Kingsi“ genannt, fand den Namen schließlich. Nachdem die drei Mädchen Vorschläge wie „Das goldene Kleeblatt“ oder „Drei im Team“ als zu bieder und zu langweilig empfunden – und daher verworfen hatten, schlug „Kingsi“ urplötzlich vor: „Kommt, wir nennen uns von heute an „Das vorausschauende Auge“ !“

Und es wurde blitzartig atemberaubend ruhig im Pavillon ...                                               (Roman:  206 Seiten)

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(aus meinem Buch "Das vorausschauende Auge", 2010, Eigenverlag, Roman für Jugendliche und Erwachsene). Neuauflage im Oktober 2015, 11,50€

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              "flüsterpausen"

 

Vorwort

Lieber Leser,

mit dem vorliegenden Band habe ich mein fünftes Buch verwirklicht. Es hat mir wieder unglaublichen Spaß und Freude bereitet, für Sie, aber auch für mich, Erinnerungen, Gedanken und Gefühle in Sprache einzupacken und sie zu heiterenwie besinnlichen „flüsterpausen“ zusammenzufügen: Zahlreiche Erlebnisse haben in meinem Gedächtnis überdauert; über Jahre hinweg habe ich sie gehortet und verwaltet – nie vergessen –, ehe ich sie abgerufen und in Erzählform zu Papier gebracht habe. Dazu gehören Erlebnisse meiner Kindheit (wie in den Erzählungen „Die Autofahrt zum Tegernsee“ und „Schussern an der Pegnitz“) ebenso wie die ersten, bisweilen noch etwas wackeligen, abenteuerlichen Schritte als Junglehrer (wie in den Erzählungen „Der Lehramtsanwärter“,„Technisches Werken“ undFreitag, 6.Stunde, irgendwann im Sommer 1982“).

Aber meine Geschichten sind nicht durchwegs autobiographisch. So entspringen zahlreiche Erzählungen (wie „Die Begegnung im Winter“, „Finderlohn“, „Engel des Monats“, „Dr. Henfenfeld“) aus Beobachtungen oder gänzlich aus meiner Vorstellungskraft.

Meine Satiren ( „Der Hypochonder“, „Wehe, wenn dich das Alter packt!“, „Schrabbschrabb“) greifen oftmals typisch menschliche Verhaltensweisen auf. Sollte es mir tatsächlich gelingen, Sie durch meine niedergeschriebenen Beobachtungen zum Schmunzeln zu animieren, hätten die Satiren ihr Ziel erreicht.

 

In meinen Gedichten setze ich mich gedanklich mit Gefühlswelten, Beobachtungen, Erlebnissen, eigenen Phantasien sowie den Geschehnissen dieser Welt auseinander: flüsterpause – auf ein wort“ heißt das Titelgedicht, passend zum Buchcover. „Karawanenreise“ – dieses Gedicht ist meiner Frau gewidmet.  Im Gedicht „8.00 Uhr“ stehen das Schulleben sowie meine Schulkinder im Mittelpunkt. Politische Gedichte wie „Die Flucht des Schwanes“, „vogelperspektive“, „titellos“ liegen mir sehr am Herzen.


 Ich wünsche Ihnen, liebe Leser, Lesefreude sowie vergnügliche und besinnliche „flüsterpausen“.

Ihr

Karl-Gustav Hirschmann


Sissi und die Semmeln

 

Es gäbe noch zahlreiche Erlebnisse mit und von Sissi zu erzählen, aber welcher Leser würde die üblichen Hundegeschichten nicht längst schon aus anderen Büchern kennen?

Angst vor Raketen und Böllern? Das „Ins-Füße-Beißen“ von Kellnern und der Hass gegen alle schwarz gekleideten Menschen? Die natürliche, evolutionär belegte Abneigung gegen Postboten (weil die ja die Rechnungen bringen! Woher wusste der Hund das bloß?) und gegen Polizei-Uniformen (was ein jeder Mensch begreifen kann, der schon mal...). Der Hass auf Katzen? Übelkeit beim Autofahren – und die entsetzlichen Folgen?

Das alles würde sprichwörtlich gesehen „nicht einmal mehr einen Hund hinter dem Ofen hervorlocken“.

Und am allerwenigsten Sie, liebe Leser, die Sie ja auf die „elektrisierende 100000-Volt-Spannung“, auf den „ultimativen Kick“, auf das einzigartige, noch nie gehörte, unwiederbringliche, fesselnde, atemberaubende, „Non-Plus-Ultra Geschehen“ hoffen. Sie sind regelrecht süchtig danach. Wie alle.

Ich werde Sie nicht enttäuschen.

 

Meine Eltern ließen Sissi früh morgens stets allein „Gassi-gehen“. Nein, nicht um die Hündin dadurch mit einer Überdosis an Freiheit zu verwöhnen, nein, diese Verhaltensweise hatte eher einen pragmatischen Grund und der hieß „Bequemlichkeit“: Noch heute sehe ich meinen Vater im Pyjama oder meine Mutter im Morgenrock zur Türe schlurfen, um Sissi die Morgentoilette zu ermöglichen. Sie ließen sie einfach hinaus in die Reihenhaussiedlung, dessen gewiss, dass die Hündin irgendwann von ganz alleine wieder zurückkommen würde. Und das tat Sissi auch jedesmal zuverlässig.

Sissi wurde irgendwann zum Frühaufsteher, ohne dass sich mein Vater oder

 

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meine Mutter erklären konnten, warum die Hündin von einem Tag auf den anderen ihre Schlafgewohnheiten geändert hatte. Sie machte die Nacht zum Tage und kratzte urplötzlich jeden Morgen bereits gegen 05.30 Uhr pünktlich an der Haustür, anstatt es – wie vorher – bis gegen 07.00 Uhr auszuhalten.

Spätestens da hätten meine Eltern Verdacht schöpfen können, ja müssen. Wer steht schon freiwillig so früh auf? Kein Mensch und auch kein Hund.

Sissi doch. So mag es nicht verwundern, dass mein Vater ziemlich wütend wurde, als er jede Nacht aus seinen Träumen herausgerissen wurde, nur um den Schlüssel der Eingangstüre zweimal herumzudrehen. Ernsthaft machte sich allerdings niemand Gedanken wegen Sissis schlagartig veränderter Gewohnheiten. Auch ich nicht, aber ich war ja noch ein Kind von vielleicht zehn Jahren.

Nun, Sissi begleitete mich eines Tages mit zum Supermarkt. Dort setzte sie sich artig ab.

Sitz!“, hatte ich befohlen – und sie hatte gehorcht.

Da saß Sissi nun, sie blickte durch das große Glasfenster hinein in den Verkaufsraum und wartete draußen geduldig auf sein Herrchen, also auf mich. Ich stand bereits an der Kasse, um meine Semmeln und „Bamberger Hörnchen“ (sie hatten herrlich weiche, das weiß ich noch), zu bezahlen.

Herr und Frau Straub, so hießen die Besitzer des Ladens, waren beide anwesend, jedoch saß Frau Straub hinter der Kasse.

Ist das dein Hund da draußen, Junge?“, fragte sie mich recht frostig.

Ja“, meinte ich deshalb kleinlaut, „was ist denn mit ihm?“

Aha, gut zu wissen, wem der Köter gehört!“

Aber warum denn, Frau Straub?“

Dieser Hund kostet mich seit einer Woche jeden Tag eine ganze Stunde Schlaf.“

Aber wieso denn, Frau Straub?“

 

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Die Semmeln und Backwaren werden jeden Morgen pünktlich um 05.30 Uhr geliefert. Unser Fahrer stellt alle in großen Tüten vor dem Laden ab. Und seit etwa zwei Wochen kommt dieser Hund da draußen, also dein Hund, ziemlich regelmäßig um diese Zeit vorbei, um sich vollzufressen. Fünfmal hat er schon alle Tüten zerfetzt! Die Semmeln lagen überall verstreut und angefressen herum! Und die „Bamberger Hörnchen“ hat er alle aufgefressen! Und weißt du was, seit Anfang dieser Woche stehe ich nun jeden Morgen eine Stunde eher auf, um meine Hörnchen und meine Semmeln zu bewachen! Und gestern früh habe ich „den da“ tatsächlich dabei ertappt, wie er sich wieder über die Tüten hermachen wollte. Es war dein Hund da draußen! Aber ich habe ihn dafür ganz schön mit dem Besen getroffen!“

Sie deutete dabei wütend auf Sissi, die draußen weiterhin folgsam „Sitz“ machte. Ich wurde noch kleinlauter, richtig verlegen und blickte ebenfalls hinaus, wo die Hündin unschuldig in der Morgensonne saß.

Ein unfreundliches „Wie heißt du denn überhaupt?“ weckte mich.

Gustav. Karl-Gustav.“

Und wie noch? Mit Nachnamen?“

Hirschmann.“

Und wo wohnt ihr?“

Schrothstraße 26.“

Deine Eltern müssen das alles bezahlen, ist das klar? Kannst du ihnen ausrichten. Und deinen Hund will ich hier auch nicht mehr sehen, verstanden?“

Ich nickte.

Gemeinsam mit Sissi schlich ich heimwärts und berichtete alles.

 

PS. Sissi musste seine Lebensgewohnheiten erneut abrupt ändern und wieder länger schlafen, sehr zur Freude meines Vaters.

 

(aus dem Buch "flüsterpausen)
 

 

 

 

 

Där Schorschi unser Moolermasder

 

Där Schorschi unser Moolermasder

där woar aff am ganz haaßn Bflasder:

Balermo woar sei Urlaubsord:

Balermo – und sei Geld woar ford!

 

Där Schorschi woar dou ned verleeng

im Urlaub hodders gern begweem

nou hodder hald an Schegg ausgschdelld:

Noch drei Dooch homm däi aanu gfähld!

 

Där Schorschi unser Moolermasder

där hodd asuu aweng sei Lasder:

Wäier nou sichd – edds läffd nix mehr

hodder a gnouch ghabbd vo dem Meer

nou hoddern baggd sein Riggfluuchschein

gäihd nei in Fliecher– lääsdnern ei

nix wäi hamm hodder si dengd

doch wäis suoffd is Schiggsool lengd

woarn seine Kuffer in Shanghai

där Schorschi woar dou ned dabei!

 

Där Schorschi unser Moolermasder

is hammdrämbbd midd am groußn Lasder

ka Geld, ka Kuffer und ka Gligg

suu kummd is arme Schorschla zrigg

wäi er nou in sei Schdrass neibäichd

und iich wass gwiiß, dass där ned läichd –

hodder di Iiberraschung gsehng

nou woarer doch aweng verleeng:

Där Schorschi unser Moolermasder

där woar aaf am ganz haaßn Bflasder

Balermo woar sei Urlaubsord

edds häärsd sein Schrei:

Allmäääääächd! Mei BMW is ford!“

 

 

Zwaa Raddsn

 

Zwaa Raddsn dreffn si drundn an där Bängnards aff där Liebesinsl.

Kumm, demma aweng schmusn!“, sachd is Raddsnmännla zu seim Raddsnweibla.

Naa – iich mächerd scho schmusn – obber iich draumi ned!“, sachd is Raddsnwaibla zu seim Raddsnmännla.

Du bisd fei a schäiner Angsdhoos, worum drausdiner ned, glanns Schneggla, glanns?“,froochd is Männla nooch.

Wall iich aweng a Angsd hobb!“, maand is Waibla.

Wouvuur willsdnern du schowidder Angsd hoom, Angsdschisserla?“, wärd där Radds schäi langsam

ungeduldich, „edds kännmer si scho zwaa Wuchn!“

Däs verschdäihsd du ned“, jammerd is Waibla.

Nou demma hald blouß aweng boodn, du Greinmeicherla?“, schlächd is Männla vuur. „Machmer wenigsdns FKK!“

Naa – ich mächerd scho gern naggerd boodn – obber iich draumi schowidder ned!“, maand is Waibla.

Wouvuur hosddnern edds schowidder Angsd, mei schäins Zuggerbibbla?“

Dou wärd is Waibla ganz verleeng und schaud ihrm Raddsn ganz däif in di Aung nei:

No vuur di Raddsn!“

 

aus dem Büchlein "Walls worschd is!" 8,90€

 

Gsachd is gsachd

 

Däs koosd hunderdmool zriggnehma

naa, dou hilfder alles nix

alles, wosd edds nu sagsd

is völlich fiär di Kadds

wall gsachd is gsachd

und su wäisders gsachd hosdd

hosdders aa gmaand

und wäisders gmaand hosdd

hosdders aa gsachd

däs häsdder scho vurher iiberleeng mäin

wosd soong willsd

und wosd besser ned sagsd

und wäisders maaner dousd

wosd soong häsdd wolln

und ned ärschd nachherdla daherkumma

wennsders scho gsachd hosdd

und bläddsli oohgschlichn kumma

wäi sua reidicher Hund

und si bläid eischleima wolln

wall däs läffd ned

däs soochider:

Wall gsachd is gsachd!“

 

A halbe Schdund schbäder (unsere gutmütige fränkische Seele meldet sich):

Kumm,

sämmer hald widder

goud middnander!

Du wärsders scho ned grood suu gmaand hoom

wäisders vurhin gsachd hosdd, odder?“

(aus meinem Buch "Gsachd is gsachd!")

 

Dou gibbds doch goar kan Baggers ned!

 

Vuurword

 

Eddasadla is endli widder suweid!

Endli! Däs dridde Bouch mit meine „Fränggischn Gschichdla und Gedichdla“ lichd fiär eich bereid! Miär hodds widder unheimli vüll Schbass gmachd, zwaa Joahr lang aff „fränggisch“ zu reima und zu schreim. Freili därfder widder ned alles doudernsd nehma, wos iich dou zammdroong hobb.

Abber miär Franggn bringa ja ofd a goude Borddsion Humor midd – masdns jäidenfalls! Manchmool aa ned!

Manchmool is di Fandasie aa widder midd miär durchganga und iich hobbs durchgäih loun wäi an Gaul, där aafach schdiffdn ganga is. Iich hobb nix abgwärchd vo meine Ideen – a wenn manchmool aweng a Gschmarri rauskumma is. Suu wäi beim erschdn Dexdla!

Abber dou moussd durch, wennsd däs Bouch kaafn dousd – wovuur i eicherdli ausgäih!

Wall suvüll Lachn aff „fränggisch“ gräichsd ned jäidn Dooch servierd! Glaab mers!

Hoffendli gfälld eich also mei dridds Büchla widder genausu goud wäi mei „Walls worschd is!“ und mei „Gsachd is gsachd!“

 

Also blädderd ruhich weider!

Vom „Gliggsridder“ iibern „Bleidegeier“ bis nieber zum „Ridder Ebbelein“, iibern „Christkindlersmarggd“, naus zu unserm schäina „Clubb“ und hammwärds widder iibern „Nämbercher Boahnhuuf“ zrigg zum „Giecherlasbruddsler“, zum „Sofd-Eis und di Hodd-Dogs“ und zu di „Drei Broadwärschd midd Graud“ is doodsächli widder alles midd drin, wos uns Franggn goud doud! Und wenn ned?

Nou schdäihds woahrscheinli in meine zwaa erschdn Büchla drin.

Herzlichsd

Euer Karl-Gustav Hirschmann

 

 

 

Gliggsridder

 

Gligg is wennsd di Bollizei

nu vuurm Bliddsn sixd wäis fei

sich in am glann Wald verschdeggn:

Nou koosd midd där Zunga bleggn!

Nou gäihsd rou vom Gas und bremsd

wallsd di fiär di hunderd schäämsd

achzich woarn dou vorn erlaubd

wemmer denna Schildla glaubd!

 

Nou gloddsd naus und dräihsd a Noasn

fiär di ganze Bullnbloasn

achzich hosdd groad nu därbremsd

wennsd eddsadla nu leesn kännsd

wäärsd edds wergli subber gween

nou häsdd däs Schildla sechzich gseehng!

 

Roud bliddsds aff där rechdn Seidn

däs koo i iiberhadds ned leidn

dou vorna schdäihd a Moh und winggd

und sei roude Kelln däi blinggd

däs koo doch blouß a Drämbber sei:

Am besdn is iich foahr vorbei!

 

Doch däs gäihd n

 

ed wall där Moh

gäihd ned vo där Schdrassn rou

naa där schdelld si middn nei

wärd doch ka Selbsdmörder sei?

Naa, sei Kelln däi winggd scho widder

roud und iich waaß edds wärds bidder

wall midd solche gräina Müddsn

dänna blouß di Bulln roud bliddsn.

 

Iich foahr naus und hald rechds ooh

häng mein Rüssl naus zum Moh

und frooch freindli wos er will

doch iich hobb a saubläids Gfühl

iich häär wäi där lachd und belld:

Bou, däs kosd a Schdanga Geld!

Vieraneinzg bisd gfoahrn schdadd sechzich

und däs därfsd mer glaam däs rächd si!

Gligg is wennsd dein Schein behäldsd

nou koosd jubeln: Godd vergelds!“

 

Edds willer mei Babiere sehng

däi liieng dahamm wern zum Brobleem

nou sullin Reddungswesdla bringa

däi hobbi nedd – wer brauchd däi Dinger?

Is Warndreiegg hobbi vergessn

bei anner Banna kurz vuur „Essen“

där Nodfall-Kuffer fehld mer gladd

dou woar sugor där Bulle bladd

und graddsd si hinderm Kubbf und lachd:

Miär homm blouß Faschingsscherzla gmachd

 

drum kumm goud hamm Bou und Goud Nachd!“

 

Edds wachi aaf vuur lauder Lachn

wer glaabdnern a scho solche Sachn

iich bin im Draum „Gliggsridder“ gween

und Bou där Draum woar angenehm!

 

Clubbfän

 

Gemma Schnorchln in Ägübbdn

odder foahr mer nach Shanghai

is aans su gloar wäi Gloußbräih:

Unser Clubb is midd dabei!

 

Gemma Schifoahrn in St. Moritz

odder fläihng mer nach Dubai

gibbds ibberhabbds kan Baggers:

Unser Clubb is midd dabei!

 

Gemma Wandern im Grand Canyon

odder sörf mer aff Hawaii

hommer kan Grund zu jammern

wall unser Clubb is midd dabei!

 

 

Mei Clubbschoal lichd im Kuffer

vom Marek is Drikoo

vom Schäferla di Händscher

vom Pinola di Schouh

und di Erinnerunga

kummer vu ganz allaans:

Mensch woar däs schäi midd denna

däi alle vo uns kenna!

 

In Strehl hommer vuur Augn

där Morlock schläächd an Bass

där Cebinac schwanzd alle

und machd di Gechner nass

in Weyerich sei Gräädschn

in Nüssing sei schäins Dor

nix davuu hommer vergessn

s´kummd mer wäi gesdern vuur.

Där Wabra häld an Elfer

där Stocker fläichd vom Bladds

där Schorschla midd seim Solo

ssd alle schdäih – radds fadds

där Brungs schraubd si in Himmel

und käbbfd di Dinger nei

där Reisch als Middlläufer

rennd: Iich woar live dabei!

 

Und schbring mer middm Fallschirm

iiber Färddh im Ausland nou

nou sing mer unser Clubblied

Di Legende lebd“ dazou!

 

aus meinem letzten Buch, dem Gedichteband "Traumreisen" (Bild wird noch erstellt)

Frühling … das ist …

 

Frühling das bedeutet für mich

das schwere, süßliche Winter-Eau-de-Toilette gegen die Leichtigkeit des Frühlingsduftes einzutauschen

den Garten-Container wie einen langjährigen, treuen Freund zu begrüßen

im Kalender sehnsüchtig vorwärts zu blättern, wann wohl die Sommerzeit beginnen möge

in der Sonne ein Eis mit viel Sahne am Stadtbrunnen zu genießen

nie schmeckte es besser

so kommt es mir vor

und überall dieses fröhliche Lachen, das ich so sehr vermisste.

 

Frühling das bedeutet für mich

beim Spaziergang die erste vorbeidüsende, geschäftige Hummel zu bewundern

etwas neidvoll

etwas neugierig

etwas regt sich in mir

was mir guttut

ist es Zufriedenheit

ist es Glück

ist es Sehnsucht

Zuversicht

Unbeschwertheit

Lebensfreude

oder nur diese Stimmung

diese Laune

dieser Duft

dieses Gefühl

diese Melange

des sich selbst feiernden Frühlings

das mich ein Lied für die Hummel summen lässt?

 

Frühling das bedeutet für mich auch

ein sanftes Frühlingsgedicht zu schreiben

für dich

für euch

für mich

ein wenig schüchtern noch

aber immerhin …

 

 

 

 

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