Aus meinem 1. Buch "Wer fährt hier schwarz?"

 

 

Die Gummischlange

 

„Die Tür geht auf , ein Bauch kommt ´rein, das kann doch nur der Sedi sein!“, lautete die stereotype Begrüßung unseres Biologielehrers in den unteren Klassen des Hans-Sachs-Gymnasiums. Sedlaczek hieß er und seinen Vornamen weiß ich leider nicht mehr, nur, dass dieser humorvolle Mann längst verstorben sein muss, denn er hatte damals schon ein beträchtliches Alter. Aber er hielt einen guten und interessanten Unterricht und war nicht so leicht aus der Fassung oder gar in Rage zu bringen. Gutmütig – bis zu den Flossen!

Diese Geschichte handelt allerdings davon, wie es mir tatsächlich einmal gelungen ist, ihn so aufzuregen, dass es mir heute beinahe Leid tut, obwohl ich mich auch bei genauer Betrachtung der Tatsachen im Nachhinein als eigentlich unschuldig bezeichnen würde.

Begonnen hatte alles mit einer täuschend echt aussehenden Gummischlangen-Attrappe, die mir irgendwer zum Geburtstag geschenkt hatte.

Natürlich nahm ich diese Attraktion sofort mit in die Schule, um meine Klassenkameraden damit gehörig zu erschrecken. Und das gelang vortrefflich, denn die Schlange sah wirklich  täuschend echt aus. Nachdem ein jeder schon auf sie hereingefallen und erschreckt worden war, wurde sie bald langweilig, deswegen beschloss ich, mein Handlungsfeld zu erweitern.

„Wie wäre es, nun einen Lehrer hereinzulegen – und welcher Lehrer wäre dann geeignet?“, fragte ich mich.

Ich grübelte ein paar  Tage herum, verwarf diesen oder jenen Plan und dann hatte ich es:

Der Musiklehrer – Herr Sorge, der würde garantiert darauf hereinfallen. Und außerdem war er ja an der Schule für seinen sprichwörtlichen Humor bekannt. Und spielte er nicht zweimal pro  Woche auf dem Klavier vor, wozu wir eifrig sangen. Da hinein musste sie – unter den Klavierdeckel! Wenn er diesen dann heben würde...!

Und so geschah es, alle waren informiert, und die Musikstunde begann.

Wir saßen alle gespannt und wohlerzogen auf unseren Plätzen, keiner kicherte oder ließ sich etwas anmerken, worüber Herr Sorge hätte Verdacht schöpfen können.

Herr Sorge betrat den Musiksaal wie immer frohgelaunt und wir erwiderten seinen Gruß artig.

Jetzt stapfte er zum Klavier, strich sich seinen schwarzen Anzug zurecht (er trug immer schwarz), setzte sich würdevoll und legte seine Hände auf das noch geschlossene Instrument. Seine Füße suchten und fanden die Pedale.

„Nun – lasst uns beginnen!“, ließ er wie immer verlauten.

Keiner machte einen Mucks und so hob er den Deckel hoch. Doch nichts geschah!

Herr Sorge stutzte zunächst zwar ein wenig, doch dann begann er lauthals loszulachen:

„Die sieht ja wirklich echt aus, euere Schlange, aber mich könnt ihr damit nicht zum Narren halten!“

Er hielt die Schlange mit der ganzen Faust gepackt hoch und hielt sich mit der anderen Hand  den Bauch vor lauter Lachen.

 „Wirklich ein guter Streich“, trompetete er weiter, „bloß ich bin nicht der Richtige dafür!  Probiert den doch beim Sedi! Der wird sich freuen!“

Heute bilde ich mir ein, mich bei dieser Aussage an ein schadenfrohes Grinsen in seinem Gesicht erinnern zu können, und hatten nicht auch seine Augen so einen seltsamen Glanz der Vorfreude versprüht? Ich weiß es nicht mehr ganz genau!

Ich durfte meine Schlange wieder holen und alle waren bester Laune.

In der Pause diskutierten wir dann, ob denn der Sedi tatsächlich die richtige Zielperson sei, immerhin war er ja unser Klassenlehrer! Einige hatten andere Bedenken:

Würde er nicht als Biologielehrer sofort den Schwindel erkennen und uns somit die spontane Freude nehmen?

„Zwecklos – beim Sedi klappt das nie!“, war die nahezu einhellige Meinung.

„Wetten doch, ich mache es, wäre doch gelacht! Wenn das beim Sorge geklappt hat, dann klappt es auch beim Sedi!“, räumte ich die Bedenken aus dem Weg.

Nach der Pause legte ich die Gummischlange zusammengerollt ins Klassentagebuch, wohl wissend, dass Sedi zuerst die Absentenliste kontrollieren würde.

„Die Tür geht auf, ein Bauch kommt ´rein, das kann doch nur der Sedi sein!“, erscholl es in der Klassenzimmertüre. Seine tiefe, sonore Stimme höre ich heute noch!

Er schnaufte ob seiner Fülle, wischte sich wie immer den Schweiß von der Stirn und marschierte schwerfällig zum Lehrerpult. Er schmiss seine alte, speckige Tasche hin und sank förmlich auf seinen Stuhl. Sedi, dieser gutmütige Lehrer, der sogar mit den Schülern die Pausenbrote verglich und je nach Belag seines zum Tausch anbot. Sedi, der niemals einer Fliege etwas zu Leide getan hatte, wurde nun zum Opfer meines Streiches!

Er schnappte sich das Klassenbuch und murmelte wie immer: „Mal schauen, wer heute fehlt!“

Wie erwartet schlug er natürlich die richtige Seite auf, denn die Schlange hatte das Buch dort verdickt.

Keiner von uns hatte mit so einer Reaktion gerechnet! Sedi sprang wie vom Blitz getroffen oder wie von Wölfen gehetzt auf, er stieß einen Schrei des Entsetzens aus, packte die Schlange mit zwei Fingern und schleuderte sie in Sekundenbruchteilen mit voller Wucht gegen die Fensterscheibe. Er zitterte am ganzen Körper.

Er schrie aus Leibeskräften!

Dann erstarrte er. Er hatte die Täuschung erkannt.

„Wer war das, wer hat das angezettelt?“ Und seine Stimme überschlug sich fast.

 Ich meldete mich verschüchtert und schuldbewusst:

„Ich, Herr Sedlaczek, ich war das! Ich wollte Sie nur ein klein wenig erschrecken! Warum regen Sie sich denn so auf, das ist doch nur eine harmlose Gummischlange?“

„Aber ich wurde auf einer Expedition von einer Giftschlange gebissen und wäre fast daran gestorben. Seit dieser Zeit habe ich panische Angst und reagiere allergisch gegen Schlangen!“, brüllte er mich an. „Das wird die teuer zu stehen kommen, darauf kannst du dich verlassen! Du kommst mit zum Direx!“

Und dort musste ich dann antreten und bekam einen verschärften Direktoratsarrest aufgebrummt.

Sedi war so wütend und eingeschnappt, dass er lange Zeit kein persönliches Wort mehr mit mir gewechselt hat, aber Herr Sorge fragte uns in der nächsten Musikstunde freudestrahlend:

„Na, habt ihr dem Sedi die Schlange untergejubelt, Jungs?“

Jetzt wussten wir Bescheid, wer wen hereingelegt hatte.

 

aus meinem ersten Buch "Wer fährt hier schwarz?" (27 humorvolle , selbstsatirische Kurzgeschichten autobiographischer Art)

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"Ein todsicherer Plan" (Gardaseekrimi,102 Seiten)

Roberto und Cenophilo blinzelten und prosteten sich beim zweiten Glas Prosecco wissend zu: „Salute, il mio caro amico!“ Hoch oben, über dem Gardasee, saßen sie in der kleinen Caffébar „Al Amico“, hoch droben in dem schmucken Ort Polpenazze. Städtchen und gleichnamige Gemeinde, um genauer zu sein. Das „Municipio“ mit Blumenkästen bunt geschmückt: lila – blauer Lavendel. Lavendelduft auf der „Piazzale Roma“. Die langen Zeiger der Campanile-Turmuhr, vom zugehörigen Dom „Santa Maria Bambini“ nur einen Katzensprung und eine Windbrise entfernt, hatten tagsüber ausreichend Gelegenheit gehabt, Schatten zu werfen. Es war heiß gewesen, den ganzen Tag über brütende Hitze, sengend heißes Kopfsteinpflaster. Jetzt atmete es sich leichter, ein sanfter Wind wehte über die Piazza.

Roberto und Cenophilo allerdings stammten aus einer anderen Gegend, aus Botticino, einer kleinen Ortschaft in der Nähe Brescias. Dort unterhielten die beiden, Freunde und Geschäftspartner übrigens, pro forma eine kleine Landwirtschaft. Pro forma Rüben und Kartoffeln, denn ihren Lebensunterhalt sicherten sich die beiden bereits seit mehreren Jahren recht erfolgreich mit Trickbetrügereien. Zunächst hatte es sich dabei doch eher um kleinere Delikte gehandelt, inzwischen standen jedoch bereits mittelschwere, ja teilweise sogar schwere Raubdelikte entlang des Westufers zu Buche: Von Desenzano, über Padenghe, Moniga, Manerba, San Felice del Benaco, den Golf von Saló bis hinauf nach Maderno, Toscolano, Gargnano und Limone erstreckte sich ihr Arbeitsgebiet mittlerweile. Ihre Diebstähle verliefen stets unterschiedlich, allerdings doch regelmäßig, sie gaben den Polizeistationen Rätsel auf, wussten die „Carabinieri“ noch nicht einmal sicher, ob es sich bei den gemeldeten Raubzügen immer um ein und dieselben Täter handelte. Keine der verübten Taten wies ein eindeutig gleiches Strickmuster auf, weil Roberto und Cenophilo einfallsreich an Ideen waren – aus diesem Grunde wechselten sie jeweils die Strategie, die Art des Diebstahls, Handlungsorte sowie den Ablaufplan. Der erfolgreich verlaufene Diebstahl einer brillantbesetzten Goldkette vom Handgelenk eines reichen Briten auf dem Fährschiff „Toscolano“, welches täglich mehrere Male dröhnend zwischen ebensolchem Ort und Torri del Benaco am Ostufer verkehrt, würde für längere Zeit der einzige dieser Art bleiben – es gab genug andere Einsatzorte. Dieser Coup lag allerdings bereits mehrere Wochen zurück. Vermutungen, offene Fragen auf Seiten der „Carabinieri“, blieben zurück – mehr nicht. Handelte es sich um organisiertes Bandentum oder um das Werk einzelner Täter?

Roberto und Cenophilo unterhielten sich leise im Innenhof der kleinen Caffébar – sie waren nicht die einzigen Gäste, die den Abend hier begonnen hatten. Einheimische Arbeiter und Pensionäre gaben sich ein Stelldichein am Tresen, „Chiaretto“- trinkend, draußen rauchend, leidlich zufrieden und redselig. Wie immer – wie jeden Abend. Stimmengewirr. Gespräche über „Milan“, die „Tivosi“, die „squadra azzurra“  . Die „pensionati“ intonierten im Inneren der Bar „Adriano-Celentano-Lieder.“Roberto und Cenophilo summten beide mit, so wie das die meisten ihrer Landsleute gemacht hätten. Rot karierte Tischdecken – hübsch anzusehen. Einladend mediterran: mehrere Limonen- und Mandarinenbäumchen in Terrakotta–Töpfen, Olivenbäumchen, zwei Zypressen in Holzbottichen sowie Jasminsträußchen an den Tischen verbreiteten frischen, leicht süßlichen Duft, sobald eine leichte Gardaseebrise diesen verstreute. Lucia, die Wirtin, brachte den beiden soeben die bestellte Flasche „Bottarelli-Lugana“, gut gekühlt, und dazu langstielige, dünnwandige Weißweingläser. Da sie die beiden Gäste nicht kannte, versuchte sie mit ihnen ins Gespräch zu gelangen, fragte höflich nach deren Herkunft, ob sie gar italienische Touristen seien, die sich hierher in den Süden Münchens „ Il sud di Monaco di Baviera“ verirrt hätten. Die Wirtin lachte über ihren eigenen Witz.

Roberto schüttelte verneinend den Kopf und gab sich den venezianischen Akzent: „Wir sind auf der Durchreise, Geschäfte in Saló. Die Modebranche.“ Das wirkte sicherlich glaubhaft, denn die beiden waren sichtlich gut gekleidet. Die Lederschuhe, wie bei wohlhabenden Italienern üblich, sauber geputzt, darunter dunkle Socken – niemals Tennissocken. „Das ist Luigi und ich bin Salvatore. Salvatore und Luigi Marini – Mode für die Signorini. Unser Geschäftsspruch. Siamo amici”, bemerkte Roberto kurz und bündig. Damit war der Dialog beendet und Lucia vermeldete in der „cucina“, dass die beiden Venezianer nicht gerade redselig seien. Sie schüttelte den Kopf ob des Alkoholgenusses: „Prosecco“, „Lugana“, vorher ein „Caffé Corretto“. Zu viel für den Straßenverkehr – eigentlich. Das wussten auch Cenophilo und Roberto. Aber keiner würde ihnen „la patenta“ streitig machen, denn nach Botticino führte lediglich eine kleine Landstraße hinüber über die Hügelkette – und auf dieser gab es keine Kontrollen. So lange man nicht in einen Unfall verwickelt wird, bleibt man unbehelligt wegen des Alkoholgenusses. So ist es in ihrem Heimatland Sitte. Ein ungeschriebenes Gesetz.

_____

Es war genau vor einer Woche, am letzten Mittwoch, gewesen. Sie hatten ihren Fiat Brava bei „Angelo“ an der Tankstelle in Manerba aufgetankt, dabei die deutsche Gardaseezeitung gratis in Empfang genommen, und Cenophilo hatte gerade den Tankdeckel verschlossen, da erschien in eben dieser Tankstelle ein etwas dicklicher älterer Deutscher – bedrucktes T-Shirt, karierte Shorts, Sandalen, Tennissocken – und erkundigte sich bei Angelo nach der „Rimessagio Fratelli“ in San Felice. Giuseppe Fratelli. Angelo fuhr sich unschlüssig um´ s Kinn und erklärte dem Mann den Weg nach dorthin,... „immer der Uferstraße entlang, an Pieve Vecchia vorbei, dort sehen Sie eine einzigartige alte Kirche, bella vista, Sie sollten anhalten und eintreten!“ „Dafür habe ich leider keine Zeit, ich muss möglichst schnell nach Hause und vorher „la roulotte“ einmieten“, erwiderte der Deutsche in fließendem italienisch. Dabei deutete er hinüber auf seinen doppelachsigen Wohnwagen, den er samt der Zugmaschine, einem Jeep Cherokee, einfach auf der Straße gegenüber geparkt hatte, so als ob ebensolche ihm alleine gehören würde. Die eingeschaltete Warnblinkanlage vertröstete offensichtlich die Fahrer der nachfolgenden Fahrzeuge, die sich hinten anreihten. Noch kein Hupkonzert. Angelo beschrieb den Weg gestikulierend, musste aber einräumen, dass er die „Rimessagio Fratelli“ selbst nicht kannte.

„Penso che sarebbe meglio di chiedere a San Felice!“, gab er zu verstehen, worauf sich der Deutsche artig mit einem „Grazie signore“ bedankte, die Straße überquerte und in seinen Jeep einstieg. Er hatte verstanden, dass er sich dort nochmals erkundigen müsse. Cenophilo saß bereits im Brava, aber Roberto hatte das Gespräch mitangehört und reagierte schnell. Er hastete hinüber zum Jeep, noch ehe der Deutsche dessen Motor gestartet hatte, stellte sich neben das heruntergelassene Fenster auf der Fahrerseite und redete höflich und in gebrochenem deutsch hinein: „Scusa, signore e signora.” Er hatte die Frau auf dem Beifahrersitz bemerkt. „Wir haben Ihr Gespräch zufällig mitangehört. Wir sind die Söhne des alten Fratelli aus San Felice. Unserem Vater gehört die „Rimessagio“. Wie lange möchten Sie den Wohnwagen denn einstellen?“

„Nur für zwei Wochen. Ich muss dringend nach Hause. Geschäftlich. Mein Chef hat angerufen.“

Si, ma non ci sarano problemi per noi. Normalerweise muss man den Stellplatz aber für ein ganzes Jahr anmieten. Das macht dann 350 Euro. Wir machen eine Ausnahme. Für zwei Wochen verlangen wir nur 70 Euro. Wenn Sie uns folgen, bringen wir Sie direkt zum Geschäft unseres Vaters. Wir sind übrigens Salvatore und Luigi Fratelli, seine Söhne.“

Schnell hatte er die zwei Vornamen erfunden – ein Fehler, wie er meinte, sie voreilig bekannt gegeben zu haben.

Der Deutsche willigte ein.

________


 Am darauffolgenden Samstag, also vor vier Tagen – und drei Tage nach der Begegnung an der Tankstelle bei „Angelo“ – waren Raimund und Gudrun Fischer früh aufgestanden und saßen inzwischen gemütlich beim Frühstück. Maxim und Robin, ihre beiden Söhne, schliefen noch in den blauen Kuppelzelten. Raimund und Gudrun genossen die Ruhe am Campingplatz „La Rocca“. Sie waren früh dran und konnten – oder mussten – so mit ansehen, wie einer der Nachbarn nach dem anderen, bewaffnet mit einem Waschbeutel und anderen Utensilien, aus den umliegenden Wohnwagen herauskrabbelte, zum Teil doch noch recht verschlafen. Man kennt sich gut hier, viele vertraute Stimmen, Gespräche und abendliche Sessions haben ein Stück an Freundschaft aufgebaut: Klausi und Gabi mit ihren Kindern Martina, Andi und Maxi, Gustav und Agi mit Kerstin, Kevin und Christina, Moni und Manfred mit Michael und Martin, Hermann und Angelika, Rudi und Angelika mit ihren drei Söhnen, Gudrun und Raimund mit Robin und Maxim. Und Hans – der Schachspieler.Raimund hatte beschlossen zu seiner „Roma“ zu laufen, durch das Tunnel, hinab zum See, dorthin, wo seine Motorjacht wohl friedlich schaukeln würde, festgezurrt an der Boje. Schon von oben sah er sie in der Bucht liegen. Weißer Corpus, blaue Abdeckung. Raimund schlenderte gemächlich und fröhlich hinab zum See, ohne seinen Blick vom Gewässer abzuwenden, zu intensiv nahm er die Eindrücke wahr. Sein Blick schweifte über die Bucht mit dem Kiesstrand, hinüber nach San Felice, zur „Isola di Garda“, zurück zur kleinen vorgelagerten Insel „San Biagio“, zu der man auch watend gelangen kann. Sein Blick streifte die „Roma“, die geruhsam an der roten Boje hing. Gegenüber die Gebirgszüge im Morgenlicht: der Monte Pizzocolo, der Monte Forametto, der Monte Tre Cornelli. Raimund erreichte die Biegung des Weges und roch die Kräuter. Melisse? Seine gute Laune zerfiel urplötzlich, denn er stand vor der losen Kette. Abgezwickt. Und an dieser hätte eigentlich sein weißes Beiboot samt Außenbordmotor hängen sollen. Tat es aber nicht ...

 

aus: "Ein todsicherer Plan",

authentischer Gardaseekrimi


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 Textauszug: Beginn des Romans:

Dienstag,14. Oktober 2008.

Drei Mädchen und ein Name

Erstes Herbstlaub bedeckte die Rasenfläche teilweise. Dieser kleine Ahorn- und Buchenteppich, gleichermaßen bunt wie zufällig zusammengeflickt, wurde aufgelockert durch gebuchtete, geschwungene Eichenblätter. Vorboten, nichts weiter, nur Vorboten auf rauere Tage bei heißem Tee und Plätzchen. Die drei Mädchen blickten sich stumm an und seufzten ein wenig. Die Ereignisse der Monate Mai, Juni und Juli desselben Jahres – fest verankert in ihren Gedächtnissen – wirkten bedrückend gegenwärtig auf ihr Gemüt ein. Vor allem die schrecklichen Geschehnisse am 14. Juni, Theas 17. Geburtstag. Ihre traurigen Blicke wanderten nach rechts, dorthin, wo sie hinter den Büschen die Begrenzung des Schwabacher Parkbades ausmachen konnten. Die sich nahtlos an diese Ereignisse anschließenden, schöneren, weil unbeschwerten Sommertage, die bis Anfang September angehalten hatten, waren nun wie weggeblasen: Die vergnüglichen Rutschpartien und Händchen halten waren für Carolin und Thea abrupt zu Ende gegangen. Und für Kristine? Na ja, Kristine hatte einen großen Teil dazu beigetragen.

Ihre „Sechser-Clique“ mit Martin, Tobias und Rainer hatte sich urplötzlich in Luft aufgelöst, war verschwunden, neutralisiert, der Verbund in seine Anfangsmoleküle zerlegt worden. Kristines fadenscheinige Argumente wie zu „eng“, zu „langweilig“ und zu „berechenbar“ hatten gestochen und Wunden hinterlassen. Auch Neid, Lügen sowie begründete Eifersucht hatten für jene empfindlichen Nadelstiche gesorgt, die an der Freundschaft der drei Mädchen gerüttelt hatten – sie benötigten die ersten beiden Schulwochen nach den langen Sommerferien in deren vollen Längen, um wieder einigermaßen zueinander zu finden. Um sich auszusprechen, zu verzeihen, auch um zu vergessen.

Vielleicht hätten sie doch nicht immer zu „sechst“ unterwegs sein sollen?

Zwei Händchen haltende, verliebte Pärchen und ein ziemlich ratloser, enttäuschter Junge, der mit dem verbliebenen sechsten Mädchen gerne ebenfalls eine intensivere Freundschaft als nur „Schachspielen“, „Bahnen-Schwimmen“ und „Ersatz-Einmal-Knutschen-nach-Belieben“ gehabt hätte: Vergebliche Bemühungen, einen lediglich kameradschaftlichen Kontakt zu einer dauerhaften, verlässlichen, engeren und intensiveren Freundschaft auszuweiten.

Krisen gehören dazu. Das hatten die drei Mädchen gelernt. Jetzt redeten sie wieder miteinander; nicht mehr ganz so unkompliziert wie früher, allerdings auch nicht mehr misstrauisch lauernd. Ringsherum Regentropfen: Auf den Blättern am Boden, die der Wind bereits bei seinen ersten Attacken den Bäumen geraubt hatte, schmiegten sie sich aneinander und bildeten so winzige Rinnsale entlang der Blattadern; an den Büschen, Sträuchern und Bäumen hingen die einzelnen Regenglasperlen hingegen kostbar im Gegenlicht der Sonne herab.Auch im Schwabacher Stadtpark hatte die kühlere Jahreszeit deutlich spürbaren Einzug gehalten, und die Menschen hatten darauf sogleich sensibel mit Winterjacken und Schals reagiert; reagiert auf die zunehmende Kälte, die vor allem am Morgen und in den Nachmittagsstunden schon herrschte. Carolins Vater hatte bereits einmal sein Auto freikratzen müssen, während Theas Eltern noch auf Urlaub in Griechenland, Theas eigentlichem Heimatland, weilten. Ein paar Mal war Thea dort gewesen, bei ihren Großeltern und den anderen Verwandten, – aber jetzt Mitte Oktober? Von woher sollten zu diesem Zeitpunkt Ferientage kommen? Thea zuckte die Schultern – sie kam auch alleine zurecht: Tiefkühlpizzen gab es genug. Ein Döner bei Aslan? Oder Einladungen zum Mittagessen bei Kristine, deren Eltern beide im Zustelldienst der Stadtpost beschäftigt waren, und die nach ihrer Dienstzeit gegen 14.00 Uhr stets ein gemeinsames Mittagsmahl pflegten. Oder eine Dose Ravioli, schnell erwärmt im Wasserbad, und Theas Magen knurrte nicht mehr. So einfach war das. So unkompliziert.- Die drei schlenderten gänzlich hinüber zum achteckigen, weiß glänzenden Pavillon. Nachgebauter Rokokostil aus Metall, mit aufgestellten Holzbänken im Inneren, geschützt durch die schrägen Überdachungsdreiecke, die von der Spitze herabstrebten. Eingeschnitzte Herzen und Namen auf den Holzbänken.Trotzdem fühlten sie sich wieder wohl.  Sie hatten vor mehreren Monaten, nämlich im Mai desselben Jahres, Anerkennung erhalten für ihre Tat. Anerkennung der gesamten Bevölkerung, Zeitungsartikel im Schwabacher Tagblatt, Einladungen im Rathaus beim damals frisch gewählten Oberbürgermeister, Herrn Matthias Thürauf, ein Ehrenessen im ehemaligen „Kleinen Griechen“, der nun „Konstantin“ hieß, sowie Gutscheine für Kinokarten im „Luna-Film-Palast“. Danach die schlimme Geschichte mit Dennis. Allerdings überkam zwei der drei Mädchen auch Wehmut, hatten sie als vermeintliches „Six-Pack“ doch vor noch nicht allzu langer Zeit hier im Pavillon gesessen und Zärtlichkeiten ausgetauscht. Aber Genaueres geht niemandem etwas an. Privatsphäre eben. Mit sechzehn hat man ein Recht darauf.  Heute setzten sie sich alleine auf die Holzbänke. Sie blickten sich in die Augen, kurz nur, ganz kurze Seitenblicke, von einer zur anderen und wieder zurück. Das, was sie gestern Nachmittag beschlossen hatten, wollten sie nun in Angriff nehmen, umsetzen, realisieren: Ihr Freundschaftsband sollte nach ihrem Triumph im Frühling und trotz der Unstimmigkeiten und Lügen Ende August für immer besiegelt werden durch einen Pakt der Freundschaft und Anteilnahme, durch einen Bund mit Antizipation für Ungerechtigkeiten und Gefahren: Für andere – nicht für sich selbst – wollten sie die Augen weiterhin offenhalten, so wie beim ersten Mal, und deshalb suchten sie einen passenden Namen für ihre Zusammengehörigkeit, ihre Absichten, für ihren Bund ...

Die drei Mädchen legten die Hände beschwörend ineinander: „Alles vergessen, alles vergessen, wir fangen von vorne an!“

Und Carolin König, von allen wegen ihrer Namensähnlichkeit zu einer legendären amerikanischen Folk- und Rocksängerin von allen kurz „Kingsi“ genannt, fand den Namen schließlich. Nachdem die drei Mädchen Vorschläge wie „Das goldene Kleeblatt“ oder „Drei im Team“ als zu bieder und zu langweilig empfunden – und daher verworfen hatten, schlug „Kingsi“ urplötzlich vor: „Kommt, wir nennen uns von heute an „Das vorausschauende Auge“ !“

Und es wurde blitzartig atemberaubend ruhig im Pavillon ...                                               (Roman:  206 Seiten)

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(aus meinem Buch "Das vorausschauende Auge", 2010, Eigenverlag, Roman für Jugendliche und Erwachsene). Neuauflage im Oktober 2015

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              "flüsterpausen"

 

Vorwort

Lieber Leser,

mit dem vorliegenden Band habe ich mein fünftes Buch verwirklicht. Es hat mir wieder unglaublichen Spaß und Freude bereitet, für Sie, aber auch für mich, Erinnerungen, Gedanken und Gefühle in Sprache einzupacken und sie zu heiterenwie besinnlichen „flüsterpausen“ zusammenzufügen: Zahlreiche Erlebnisse haben in meinem Gedächtnis überdauert; über Jahre hinweg habe ich sie gehortet und verwaltet – nie vergessen –, ehe ich sie abgerufen und in Erzählform zu Papier gebracht habe. Dazu gehören Erlebnisse meiner Kindheit (wie in den Erzählungen „Die Autofahrt zum Tegernsee“ und „Schussern an der Pegnitz“) ebenso wie die ersten, bisweilen noch etwas wackeligen, abenteuerlichen Schritte als Junglehrer (wie in den Erzählungen „Der Lehramtsanwärter“,„Technisches Werken“ undFreitag, 6.Stunde, irgendwann im Sommer 1982“).

Aber meine Geschichten sind nicht durchwegs autobiographisch. So entspringen zahlreiche Erzählungen (wie „Die Begegnung im Winter“, „Finderlohn“, „Engel des Monats“, „Dr. Henfenfeld“) aus Beobachtungen oder gänzlich aus meiner Vorstellungskraft.

Meine Satiren ( „Der Hypochonder“, „Wehe, wenn dich das Alter packt!“, „Schrabbschrabb“) greifen oftmals typisch menschliche Verhaltensweisen auf. Sollte es mir tatsächlich gelingen, Sie durch meine niedergeschriebenen Beobachtungen zum Schmunzeln zu animieren, hätten die Satiren ihr Ziel erreicht.

 

In meinen Gedichten setze ich mich gedanklich mit Gefühlswelten, Beobachtungen, Erlebnissen, eigenen Phantasien sowie den Geschehnissen dieser Welt auseinander: flüsterpause – auf ein wort“ heißt das Titelgedicht, passend zum Buchcover. „Karawanenreise“ – dieses Gedicht ist meiner Frau gewidmet.  Im Gedicht „8.00 Uhr“ stehen das Schulleben sowie meine Schulkinder im Mittelpunkt. Politische Gedichte wie „Die Flucht des Schwanes“, „vogelperspektive“, „titellos“ liegen mir sehr am Herzen.


 Ich wünsche Ihnen, liebe Leser, Lesefreude sowie vergnügliche und besinnliche „flüsterpausen“.

Ihr

Karl-Gustav Hirschmann


Das Kätzlein

( Diese Geschichte handelt im Jahre 2010)

 

Regina kam aufgeregt angerannt. Wir, Agi, Kerstin, unser Hund Sammy und ich saßen morgens recht gemütlich vor unserem Wohnwagen zusammen und tranken Kaffee.

Willst du dich nicht setzen und einen Kaffee mit uns trinken, Regina?“

Regina schüttelte den Kopf. Ihr Gemütszustand wirkte aufgewühlt.

 

Du, Gustav, ich habe ein Problem?“

Was ist los, Regina? Komm´ erzähle!“

Oben am „Rocca“ sitzt eine ganz kleines, junges, süßes Kätzchen ganz alleine in einem Gebüsch. Es ist höchstens zwei Wochen alt! Wahrscheinlich wurde es ausgesetzt“, berichtete Regina atemlos.

Woher willst du das wissen?“, fragte ich sie.

Ich war oben am „Rocca“ Walken. Das Kätzchen hat aus einem Gebüsch herausmiaut und ich bin natürlich zu ihm hingelaufen. Dort oben überlebt es nicht einmal eine Nacht. Es wird elend verhungern oder verdursten oder gefressen werden!“, meinte Regina resignierend und ließ die Schultern hängen.

 

Der „Rocca“ ist ein Naturschutzgebiet im südlichen Gardasee-Becken. Hoch droben über „Manerba“ und „Montinelle“ erstreckt es sich auf einem Hochplateau, welches in schroffen Felsformationen zum See hin abreißt. Über diesem Hochplateau thront, etwas zurückversetzt, der eigentliche „Rocca-Felsen“, auf dem die begehbaren und freigelegten Reste der ehemaligen „Burg von Manerba“ zu besichtigen sind. Ein zunächst sanft ansteigender Weg führt von der Ortschaft „Montinelle“ hinauf, danach wird dieser etwas kurviger und ein wenig steiler.

 

Lohnend ist dieser Aufstieg allemal, da man von der Burgruine aus einen fantastischen Ausblick auf dieses einzigartige Stück Landschaft, „Valtenesi“ genannt, und den See genießt. Der Abstieg zum vorgelagerten Plateau, später, wird steiler werden; an Stahlseilen, die als Geländer dienen, wirst du trotzdem gefahrlos auf gesicherten Trampelpfaden hinabsteigen.

Doch zurück zum „Rocca-Blick“, dem Ausblick von der Burgruine hinab ins Becken:

Dieses öffnet und weitet sich hier im Süden vor dir. Flach blinkt die Wasseroberfläche und du merkst, dass das Atmen hier oben leichtfällt, denn eine kühle, zumeist sanfte Brise ummantelt dich. Du verweilst und streifst die Uferkonturen in einigen Kilometern Entfernung mit deinen Blicken. Im Südwesten liegt „Desenzano“ in dunstige Schleier gepackt. Watteweich. Etwas schemenhaft.

Rasch verlässt dein Auge die Weite und tastet sich rasant am Seeufer entlang, her zu dir, es wandert durch Buchten mit Kiesstränden, an denen Badegäste und Boote als ruhende Punkte am Strand auszumachen sind. Dein Blick verweilt nun ganz in deiner Nähe, direkt unter dir, unterhalb des steilen Abhangs des „Rocca-Felsens“.

Er ruht bei - und in - einem Olivenhain zu deinen Füßen. Greifbar nah.

Saftiges Grün lebt hier inmitten geometrischer Formen symmetrisch gepflanzter Bäume, die parallel zueinander in langen Reihen zu einem harmonischen Ensemble, einem fließenden Rechteck, keineswegs streng wirkend, zusammenfinden.

Fasziniert verharrt dein Blick einige Minuten, ehe er sich schnaufend löst und hinüberwandert, zurück ins Becken, Desenzano zur Rechten einfach liegen lassend, um sich der weit in das Becken ragenden Landzunge zu widmen: Sirmione! Dort sind sie Grotten des Catull, denkst du.

Das Wasser des Sees glitzert hellblau:

Zusätzlich mit schillernden grünen Farbnuancen und weißen Wellenkräuseln ausgestattet, die die Landzunge umrahmen, sieht Sirmione tatsächlich aus wie ein echtes Juwel.

Hinüber ans Ostufer. Du weißt, dort liegen „Bardolino“ und „Lazise“. Die exakte Zuordnung fällt hier oben schwer, alles verschwimmt, nur nicht der Pulk an Motorbooten und Jachten, die den See teilweise zielstrebig queren, teilweise allerdings auch scheinbar wie ziellos hin- und herkreuzen, draußen vor Anker gehen oder soeben an einer Boje festgezurrt werden.

Einander fremde Boote, die sich gegenseitig annähern, um sich schließlich doch auszuweichen, weiße Spuren hinter sich nachziehend, die wie Zündschnüre wirken, denkst du, doch du lächelst, denn du weißt, dass alles friedlich ist und dies keine Zündschnüre sein können.

Mitten in deinen Überlegungen, du hast deinen Kopf etwas nach links gedreht, grüßt vom gegenüberliegenden Ostufer der Zwillingsbruder deines „Rocca-Felsens“ herüber. Es bleibt ein stummer Gruß, denn er kann dich nicht begeistern, zu schön, zu real, zu friedlich und ruhig ist es hier. Leichtigkeit. Zufriedenheit?

Dein Blick verlässt jenes „Duplikat am Ostufer“ sowie die zugehörige Bucht, in der du „Garda“ gut versteckt weißt, rasch.

 

Es ist jetzt langsam an der Zeit, den steileren Abstieg hinunter auf´s Plateau anzugehen. Von dort hat man den besten und schönsten Ausblick auf die weiter nördlich liegende Landschaft.

Du weißt das und machst dich auf den Weg hinab.

Zehn Minuten später stehst du, selbst vorgelagert, auf dem Hochplateau, allerdings wählst du einen respektvollen Abstand zum Felsenrand, denn hier geht es senkrecht hinab.

Zögerlich tastest du dich noch etwas heran, aber du gehst nicht bis nach vorne. Etwas wie fröstelnde Angst, ein leichtes Schaudern nur, sowie ein

 

Gedanke, halten dich ab. Was wäre wenn ...?

Stattdessen wendest du den Kopf nach Norden:

Bis tief hinein in den nördlichen Bereich des Gardasees kannst du vom Hochplateau aus einsehen, den See und die Landschaft dort mit Blicken bereisen, sofern klare Sicht herrscht – meistens nach einem reinigenden Gewitter. Die Luft flirrt und flimmert danach nicht mehr und du kannst dann sogar „Malcesine“ drüben am Ostufer in glasklaren Konturen erkennen:

Heute jedoch liegen die Häuser dieses „Touristen-Magneten“ als kleine Mini-Würfel-Silhouetten – wie so häufig – etwas verschwommen im Dunst unterhalb des „Monte Baldo“ Gebirgszuges. Ein kleiner hochgestellter Quader: Die Burg von Malcesine! Du betrachtest die steil aufragenden Wände des höchsten Berges dieser Region intensiv und suchst unvermittelt nach Schneeresten, die du nach kalten Nächten und einem Gewitter sogar noch in der Zeit um Pfingsten vorfinden kannst.

Heute strahlt der See tiefblau und nimmt dich ganz und gar gefangen: Dein Blick verlässt den Monte Baldo und Malcesine, nachdem du erkannt hast, dass dieser hier enden muss: Zu eng wird der dort beginnende „Gardasee-Schlauch“, der hinauf nach „Torbole“ und „Riva“ führt.

Du wechselt die Seeseite, indem du mit den Blicken der Überfahrt eines Fährschiffes folgst, welches „Toscolano“ ansteuert, erkennst „Gardone“, jenen ehemals edlen Ort der Reichen unserer Gesellschaft, die im „Grand Hotel“ residierten und schweifst über die Bucht der Hafeneinfahrt von „Saló“ hinweg, in die du von deinem Standpunkt aus, hoch droben hier am „Rocca“, nicht mehr einsehen kannst. Gleich darauf erkennst du die vorgelagerte Halbinsel „San Felice“, die dir eben jenen einzigartigen, atemberaubenden Einblick in den Hafen von Saló dauerhaft verwehrt.

Verschwommen, diffus wirkt hier alles, ob des schrägen Lichteinfalls.

Hier, vor dir, nicht weit entfernt, es sieht aus als wäre sie nur einen Steinwurf entfernt, liegt die „Isola del Garda“ wie ein flüchtiger Spagat zwischen dem West- und Ostufer. Die größte Insel – du weißt, sie ist bewohnt und man darf an ihr nicht anlegen – wirkt von den zahlreichen Motorbooten, die sich respektvoll in der vorgeschriebenen Entfernung schaukelnd eine Ruhepause gönnen, wie am Reißbrett abgesteckt. Bunte Farben und das Weiß der Bootskörper dominieren und reflektieren in der Sonne.

Die runde, langgezogene Bucht von „Manerba“ wirkt mit ihrem hellen Kieselsteinstrand wie auf Postkarten gemalt: Du fühlst dich zwangsläufig zeitlich zurückversetzt in die Anfänge des Italien-Tourismus, denn noch immer fehlen hier, Gott-sei-Dank, die üblichen riesigen Hotelkomplexe mit ihren allmächtigen „All-inclusive- Angeboten.“

Dein Blick vom „Rocca“ allerdings ist und bleibt gratis.

Auch in der Bucht von Manerba queren Boote und Jachten. Wasserskiläufer werden gezogen, plumpsen ins Wasser und rappeln sich wieder hoch. Nur zwei Surfer. Der berechenbare Wind fehlt zumeist.

Im Auslauf der Bucht von Manerba liegt die kleine Insel „San Biagio“ als grüner Tintenklecks im hier hellblauen Wasser. Weiße Steinriffe schimmern direkt unterhalb der Wasseroberfläche.

Dort liegen sie und baden! Etwas wie Neid keimt in dir auf.

 

Was willst du mit dem Kätzchen machen, Regina? Du kannst es doch nicht einfach mitnehmen. Wer weiß, wem es gehört?“, räumte ich ein.

Ich weiß. Wir können es auch nicht behalten, schon wegen Sandy nicht. Sandy mag keine Katzen!“

Sandy ist Reginas und Alexanders Hund, ein Australian Shepherd.

Agi und ich nicken und wir blicken beide hinunter zu Sammy, unserem Schnauzer-Bobtail.

Wir können das Kätzlein auch nicht gebrauchen“, schüttelte Agi bedauernd den Kopf. Wir wissen beide, warum das nicht gutgehen würde.

Was willst du tun, Regina? Willst du es holen?“, fragte Agi.

Ich weiß es nicht, ich möchte es nur füttern, nur dafür sorgen, dass es überlebt.“

Dann drehte sich Regina um und schlenderte davon.

 

Eigentlich müsste man es schon holen“, meinte Agi besorgt.

Du kannst doch nicht jedes Kätzchen einfach so mit auf den Campingplatz bringen, und wenn du das machst und das Kätzchen auch noch fütterst, dann kriegst du es überhaupt nicht mehr los. Dann hast du es. Und dann? Was dann? Glaubst du, du darfst so „mir nichts dir nichts“ einfach ein Kätzchen über die Grenze nach Deutschland mitnehmen? Denk´ bloß mal an die möglichen Infektionskrankheiten!“, echauffierte ich mich.

Na, so schlimm ist das auch wieder nicht, das merkt doch keiner!“

 

Der Tag schritt voran.

Was wohl aus dem Kätzchen wird?

 

Am Nachmittag stand urplötzlich Regina erneut vor uns. Sie wirkte noch aufgeregter. „Ich habe nochmal nach dem Kätzchen geschaut. Es saß immer noch an derselben Stelle und hat voller Verzweiflung miaut. Deshalb habe ich es mitgenommen!“

Und jetzt?“

Jetzt sitzt es bei uns im Bungalow. Ich habe ihm etwas Milch und Corn-Flakes gegeben, es hat gefressen! Wir können es nicht behalten!“

Bringe das Kätzchen doch zur Rezeption, Regina! Die werden es vielleicht nehmen?“, schlug ich vor.

Da war ich schon! Die wissen auch nicht weiter. Sie können das Kätzchen auch nicht aufnehmen. Was soll ich bloß tun? Na ja, wenigstens hat es überlebt!“

Plötzlich hatte ich eine Idee.

Du, Regina, wir machen folgendes! Wir fotografieren jetzt das Kätzchen mit der Digi-Cam und dann klappere ich mit den Bildern den Campinplatz ab und zeige allen das Kätzchen. Vielleicht haben wir ja Glück und bringen es unter!“

Regina war begeistert, ich holte meine Kamera und so liefen wir zu Reginas Bungalow.

Das Kätzchen befand sich im Inneren und hatte bereits Freundschaft mit Kai, Reginas Sohn, geschlossen. Es kletterte an ihm herum, über die Schultern, um den Hals und wieder zurück.

Ich begann das zarte, durchgehend hellbraun-weiß gemusterte Fünkchen Leben mit den grünen Katzenaugen und der rosa Nase ausgiebig zu fotografieren und das Kätzchen posierte sogar. Es hatte schöne, lange, weiße Schnurrhaare, die wie einzelne Strahlen weit aus dem überwiegend weißen Gesicht herausragten.

Die Bilder gelangen ohne Mühe.

Und so machte ich mich entschlossen mit der Kamera und den darauf gespeicherten Bildern auf den Weg durch die Gassen des Campingplatzes. Von Wohnwagen zu Wohnwagen zog ich, erzählte die Geschichte des Kätzchens ´mal auf deutsch, ´mal auf englisch, radebrechte auf italienisch, gestikulierte, zeigte die Aufnahmen über „Quick View“ und versuchte so, für das Kätzchen einen „Abnehmer“ zu finden.

Vergebens – überall erhielt ich nur ein bedauerndes Kopfschütteln.

Mut und Hoffnung schwanden.

Da betrat ich erneut ein Vorzelt. Im Inneren brutzelte und dampfte es. Ein gut gelauntes „buon giorno“ begrüßte mich. Ich erwiderte gerne.

Der Mann am Herd war fröhlich und lachte hinüber zu seiner kleinen Tochter, die, etwa vier Jahre alt, am Tisch saß und eifrig malte.

Das blonde Mädchen lachte zurück.

Ich begann, meine Geschichte mit italienischen Text-Bruchstücken zu erzählen.

Der Italiener hatte seinen Herd längst verlassen, seine Grillzange abgelegt und sich zu mir gesellt.

Er hörte mir interessiert zu, während ich berichtete und ihm dabei die Aufnahmen zeigte.

Ché bello! (Wie niedlich!)“

Nun begann er, auf italienisch zu erzählen – und ich verstand.

Er fragte seine Tochter: „Möchtest du vielleicht ein kleines Kätzchen zum Geburtstag haben, Chiara?“

Und zu mir gewandt: „Chiara hat morgen Geburtstag. Wir haben zu Hause schon zwei Katzen!“

Und zu Chiara: „Möchtest du dein eigenes kleines Kätzchen haben, Chiara, möchtest du dieses Kätzchen?“

Er lief mit meiner Kamera hinüber zum Tisch, beugte sich hinab und zeigte seiner Tochter das hellbraun-weiße Knäuel.

Chiara jubelte: „Un gatto (Ein Kater)! Ché bello!“

Der Italiener schmunzelte mir zu.

Wo ist das Kätzchen? Hier – am Campingplatz? Wo können wir es holen? Wann?“

Ich nickte. „Pronto (Sofort)!“

Und so liefen wir gemeinsam zu Reginas Bungalow, die seltsam wehmütig wirkte, denn ich vermute heute, sie hatte sich bereits ein wenig an das Schmusetier gewöhnt, obwohl sie ja wusste, dass sie es nicht behalten konnte. Doch bald war sie begeistert von der Lösung.

Kai schnaufte ein wenig traurig, als er das Kätzchen von seinen Schultern herabheben – und dem Italiener in die Hand drücken musste. Fast schien es so, als ob sich das Kätzchen ebenfalls nur schwer von ihm zu trennen vermochte. Der Italiener unterbrach die kurzzeitig beklemmend wirkende Abschiedsstimmung, indem er lachte und meinte:

Grazie, grazie, Chiara ist so glücklich! Wie heißt das Kätzchen denn?“

Regina und Kai zuckten die Schultern.

Wissen wir nicht!“, sagte Regina.

Der Italiener nahm das flauschige Fellbündel liebevoll und sorgsam in beide Hände, größer war es ja nicht, drückte es anschließend an seinen Körper, und begann, es mit der nun freien Hand ausgiebig zu streicheln.

Das Kätzchen schnurrte und so zogen sie davon.

Wir blickten beiden zufrieden nach.

 

Als ich zu Agi zurückgekehrt war – sie hatte ja nicht mitkommen können, weil sie auf unsern Wirbelwind Sammy aufpassen musste (aber das wäre mindestens eine eigene Geschichte für sich) –, erzählte ich ihr fröhlich, was geschehen war.

Das hast du gut gemacht, mein Schatz!“, küsste sie mich liebevoll.

Regina kam und auch sie lobte mich: „Danke, Gustav, ich weiß nicht, was ich ohne dich gemacht hätte!“

Ich wurde fast ein wenig verlegen.

Na, war halb so wild. Aber ich weiß jetzt, wie ich das Kätzchen taufen würde!

Ich würde es „Lucky“ nennen!

 

(aus dem Buch "flüsterpausen)
 

 

 

 

 

Ibberhullmanääver

 

Ibberhullminer

Ziggareddnbärschla windix

in deim Bauernborsche!

 

Ibberhullmibloußned

Draumdänzer elendicher

in deim Schbuggnäbbfla!

 

Glabbsders eddsadla

ibberhulldmidäihalbeBorddsion

middseinerSaloodschisslwergli!

 

Wardner

edds gräichsd di Lichdhubbn

du Gribbl du verreggder!

 

Friihschdigg

 

Schahiie!

Dei Sämmlbräisala

bräggln dou

am Debbich nou!

 

Bass blouß aaf, Husserla!

Där Dodder vu deim Gaggerla

drobbfder glei

am Diiesch nou!

 

Koosd du ned aweng oobachd geem?

Schleggs jou ned ooh

is Marmäloodn-Läffala

und dous nacherdla widder zrigg!

 

Äih! Du hosdd dei Dassn

middm Kaffee versabbld

und di ganze Bräih

läffder davuu!

Hull endli in Labbn!

 

Abber Bou – anns soochider:

Doumer blouß ned

di Zeidung verworschdln

wall sunsd schebberds!

 

Gschbräch am Kammerschdeiner Waldmarggd 2009

 

Ein mir fremder Kunde bleibt am Bücherstand stehen und blättert neugierig in meinen Büchern. Er hebt plötzlich unvermittelt den Kopf und schaut mich an:

Du mousd vüll Zeidd iibri hoom, neeber deim Dschobb als Lehrer. Neembei nu Bäichli schreim känna! Dunnerwedder, suuvüll Zeidd mächerd iich a iibri hoom.“

Ich innerlich grantig, äußerlich jedoch ruhig und betont hoch-deutsch:

Ich habe viele Gedanken und Ideen. Die kommen ganz schnell und ich schreibe sie gleich auf. Oft komme ich gar nicht mit dem Schreiben nach, so schnell sprudeln die Gedanken aus mir heraus.“

Der Kunde am Bücherstand schnauft ein wenig resignierend:

Jou, Gedangn hädd iich a gnouch, obber miär fähld hald di Zeid dazou, däs alles aafzuschreim. Obber edds sooch amool, wänn schreibsdn du däs alles, in di Ferien, odder. Noja, ihr Lehrer hobbd ja gnouch davuuh.“

Ich innerlich grantig, äußerlich jedoch ruhig und betont hoch-deutsch:

Oft schreibe ich am Abend, wenn andere fernsehen, oder am Wochenende. In den Ferien schreibe ich auch viel.“

Der Kunde am Bücherstand wirkt unruhig und plötzlich lebhaft. Er beginnt zu kichern und lacht mich an:

Edds sooch iich där amool, wos mei Vadder immer zu miär gsachd hodd.“

(Ich weiß, was kommt).

Der Kunde lacht lauthals:

Im Summa an Lehrer und im Winder an Maurer machn! Däs wär´s!“

Ich äußerlich grantig, innerlich wieder erheblich ruhiger, aber nicht mehr hochdeutsch:

Wassd wos, iich winschder vüll Zeidd dazou! Ade!"(aus meinem Buch "Walls worschd is")


Gsachd is gsachd

 

Däs koosd hunderdmool zriggnehma

naa, dou hilfder alles nix

alles, wosd edds nu sagsd

is völlich fiär di Kadds

wall gsachd is gsachd

und su wäisders gsachd hosdd

hosdders aa gmaand

und wäisders gmaand hosdd

hosdders aa gsachd

däs häsdder scho vurher iiberleeng mäin

wosd soong willsd

und wosd besser ned sagsd

und wäisders maaner dousd

wosd soong häsdd wolln

und ned ärschd nachherdla daherkumma

wennsders scho gsachd hosdd

und bläddsli oohgschlichn kumma

wäi sua reidicher Hund

und si bläid eischleima wolln

wall däs läffd ned

däs soochider:

Wall gsachd is gsachd!“

 

A halbe Schdund schbäder (unsere gutmütige fränkische Seele meldet sich):

Kumm,

sämmer hald widder

goud middnander!

Du wärsders scho ned grood suu gmaand hoom

wäisders vurhin gsachd hosdd, odder?“

(aus meinem Buch "Gsachd is gsachd!")

Dou gibbds doch goar kan Baggers ned!

 

Vuurword

 

Eddasadla is endli widder suweid!

Endli! Däs dridde Bouch mit meine „Fränggischn Gschichdla und Gedichdla“ lichd fiär eich bereid! Miär hodds widder unheimli vüll Schbass gmachd, zwaa Joahr lang aff „fränggisch“ zu reima und zu schreim. Freili därfder widder ned alles doudernsd nehma, wos iich dou zammdroong hobb.

Abber miär Franggn bringa ja ofd a goude Borddsion Humor midd – masdns jäidenfalls! Manchmool aa ned!

Manchmool is di Fandasie aa widder midd miär durchganga und iich hobbs durchgäih loun wäi an Gaul, där aafach schdiffdn ganga is. Iich hobb nix abgwärchd vo meine Ideen – a wenn manchmool aweng a Gschmarri rauskumma is. Suu wäi beim erschdn Dexdla!

Abber dou moussd durch, wennsd däs Bouch kaafn dousd – wovuur i eicherdli ausgäih!

Wall suvüll Lachn aff „fränggisch“ gräichsd ned jäidn Dooch servierd! Glaab mers!

Hoffendli gfälld eich also mei dridds Büchla widder genausu goud wäi mei „Walls worschd is!“ und mei „Gsachd is gsachd!“

 

Also blädderd ruhich weider!

Vom „Gliggsridder“ iibern „Bleidegeier“ bis nieber zum „Ridder Ebbelein“, iibern „Christkindlersmarggd“, naus zu unserm schäina „Clubb“ und hammwärds widder iibern „Nämbercher Boahnhuuf“ zrigg zum „Giecherlasbruddsler“, zum „Sofd-Eis und di Hodd-Dogs“ und zu di „Drei Broadwärschd midd Graud“ is doodsächli widder alles midd drin, wos uns Franggn goud doud! Und wenn ned?

Nou schdäihds woahrscheinli in meine zwaa erschdn Büchla drin.

Herzlichsd

Euer Karl-Gustav Hirschmann

 

 

 

 

Blouß a Gschmarri

 

Hello Rome!“

Hello Sydney!“

Hello London!“

Hello Berlin!“

 

Halloween!“

 

 

Gliggsridder

 

Gligg is wennsd di Bollizei

nu vuurm Bliddsn sixd wäis fei

sich in am glann Wald verschdeggn:

Nou koosd midd där Zunga bleggn!

Nou gäihsd rou vom Gas und bremsd

wallsd di fiär di hunderd schäämsd

achzich woarn dou vorn erlaubd

wemmer denna Schildla glaubd!

 

Nou gloddsd naus und dräihsd a Noasn

fiär di ganze Bullnbloasn

achzich hosdd groad nu därbremsd

wennsd eddsadla nu leesn kännsd

wäärsd edds wergli subber gween

nou häsdd däs Schildla sechzich gseehng!

 

Roud bliddsds aff där rechdn Seidn

däs koo i iiberhadds ned leidn

dou vorna schdäihd a Moh und winggd

und sei roude Kelln däi blinggd

däs koo doch blouß a Drämbber sei:

Am besdn is iich foahr vorbei!

 

Doch däs gäihd ned wall där Moh

gäihd ned vo där Schdrassn rou

naa där schdelld si middn nei

wärd doch ka Selbsdmörder sei?

Naa, sei Kelln däi winggd scho widder

roud und iich waaß edds wärds bidder

wall midd solche gräina Müddsn

dänna blouß di Bulln roud bliddsn.

 

Iich foahr naus und hald rechds ooh

häng mein Rüssl naus zum Moh

und frooch freindli wos er will

doch iich hobb a saubläids Gfühl

iich häär wäi där lachd und belld:

Bou, däs kosd a Schdanga Geld!

Vieraneinzg bisd gfoahrn schdadd sechzich

und däs därfsd mer glaam däs rächd si!

Gligg is wennsd dein Schein behäldsd

nou koosd jubeln: Godd vergelds!“

 

Edds willer mei Babiere sehng

däi liieng dahamm wern zum Brobleem

nou sullin Reddungswesdla bringa

däi hobbi nedd – wer brauchd däi Dinger?

Is Warndreiegg hobbi vergessn

bei anner Banna kurz vuur „Essen“

där Nodfall-Kuffer fehld mer gladd

dou woar sugor där Bulle bladd

und graddsd si hinderm Kubbf und lachd:

Miär homm blouß Faschingsscherzla gmachd

drum kumm goud hamm Bou und Goud Nachd!“

 

Edds wachi aaf vuur lauder Lachn

wer glaabdnern a scho solche Sachn

iich bin im Draum „Gliggsridder“ gween

und Bou där Draum woar angenehm!

 

Clubbfän

 

Gemma Schnorchln in Ägübbdn

odder foahr mer nach Shanghai

is aans su gloar wäi Gloußbräih:

Unser Clubb is midd dabei!

 

Gemma Schifoahrn in St. Moritz

odder fläihng mer nach Dubai

gibbds ibberhabbds kan Baggers:

Unser Clubb is midd dabei!

 

Gemma Wandern im Grand Canyon

odder sörf mer aff Hawaii

hommer kan Grund zu jammern

wall unser Clubb is midd dabei!

 

Mei Clubbschoal lichd im Kuffer

vom Marek is Drikoo

vom Schäferla di Händscher

vom Pinola di Schouh

und di Erinnerunga

kummer vu ganz allaans:

Mensch woar däs schäi midd denna

däi alle vo uns kenna!

 

In Strehl hommer vuur Augn

där Morlock schläächd an Bass

där Cebinac schwanzd alle

und machd di Gechner nass

in Weyerich sei Gräädschn

in Nüssing sei schäins Dor

nix davuu hommer vergessn

s´kummd mer wäi gesdern vuur.

Där Wabra häld an Elfer

där Stocker fläichd vom Bladds

där Schorschla midd seim Solo

lässd alle schdäih – radds fadds

där Brungs schraubd si in Himmel

und käbbfd di Dinger nei

där Reisch als Middlläufer

rennd: Iich woar live dabei!

 

Und schbring mer middm Fallschirm

iiber Färddh im Ausland nou

nou sing mer unser Clubblied

Di Legende lebd“ dazou!

 

 

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